Papierfabrik lädt künftige Schulabsolventen und interessierte Bürger ein

Ausbildung und offene Türen

+
Die Firma Smurfit Kappa lädt zu einem Tag der offenen Tür, verbunden mit einem Tag der Ausbildung. Am alten Kollergang stehen v. l. die Firmenbeauftragte für Arbeitssicherheit, Maria Franco Mateos, Personalchefin Kerstin Heinemann, Cornelia Harbeck von de

Diemelstadt-Wrexen - Rund 2500 Besucher hatte die Papierfabrik Smurfit Haupt bei ihrem letzten Tag der offenen Tür. Auf ähnliche Zahlen ist man auch diesmal wieder eingestellt, wenn man sich am Sonnabend, 22. September, erneut der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.

Ganz gezielt eingeladen werden wieder die Haupt- und Realschüler der neunten und zehnten Klassen der waldeckisch-westfälischen Grenzregion. Gemeinsam mit ihren Eltern sollen sie an diesem Tag erkunden, ob nicht eine Karriere in einer der heimischen Papier für sie in Frage kommt.

Die Firma Smurfit Kappe bildet über den eigenen Bedarf aus. Von den rund 290 Mitarbeitern sind 22 Auszubildende.

Im kommenden Jahr werden wieder acht neue Auszubildende in den Berufen Papiertechnologe, Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik und Industriekaufmann ausgebildet.

Personalchefin Kerstin Heinemann rät allen Jugendlichen, sich möglichst früh mit dem Gedanken an die Berufswahl zu beschäftigen. Ende Oktober, Anfang November falle die Entscheidung, welche Auszubildende im kommenden Jahr zum Zuge kommen. Daher sollten die Bewerbungen in den kommenden vier bis sechs Wochen auf den Weg gebracht werden.

Der Tag der Ausbildung in der Papierfabrik sei eine hervorragende Gelegenheit, sich intensiv beraten zu lassen, empfiehlt auch Cornelia Harbach von der Agentur für Arbeit: „Es gibt um die 400 anerkannte Ausbildungsberufe. Aber nur die wenigsten sind bei den Jugendlichen bekannt. Deshalb sind wir an diesem Tag mit erfahrenen Berufsberatern vor Ort, um Schüler und Eltern zu beraten. - Man sollte offen sein für alternativen und sich nicht nur an dem einen Wunschberuf festklammern.“

Dass eine Karriere in der Papierindustrie sehr interessant sein kann, unterstrich Smurfit-Kappa-Geschäftsführer Stefan Beck: „Es gibt hier unglaublich viele Betätigungsfelder und internationale Verflechtungen, interessierten jungen Leuten steht eine große Bandbreite der Chancen offen.“

Aber auch für diejenigen, die ihre Berufswahl schon getroffen haben, können in der Papierfabrik eine Menge entdecken: Die riesigen dampfenden Papiermaschinen sind ebenso beeindruckend wie die gigantischen Stapel gepressten Altpapiers.

In den vergangenen beiden Jahren hat Smurfit Kappe seine Produktionspalette um weiße Wellpappenrohpapiere ergänzt. Diese weißen Papiere lassen sich hochwertig bedrucken und dienen zur Verpackung von Waren aller Art.

Außerdem hat das Unternehmen seine Kläranlage umfassend modernisiert. Spannend für Besucher dürfte auch ein Besuch bei der firmeneigenen Feuerwehr mit ihrem Gefahrgutwagen, den Chemikalien-Schutzanzügen und der Drehleiter sein.

Aus Sicherheitsgründen können im laufenden Betrieb nur geführte Firmenrundgänge angeboten werden. Dazu wird festes Schuhwerk empfohlen. Kinder unter acht Jahren dürfen nicht ins Werk. Für sie ist eine Kinderbetreuung durch Mitarbeiterinnen des Wrexer Kindergartens vorbereitet.

Arbeitssicherheit ist ein großes Thema in der Papierfabrik. Die Sicherheitsbeauftragte Maria Franco Mateos möchte den Tag der offenen Tür als Auftakt einer Woche der Arbeitssicherheit nutzen. Vor allem die Angehörigen von Mitarbeitern sollen sehen und hören, was alles für die Sicherheit ihrer Lieben getan wird.

Es gibt persönliche Schutzausrüstungen für all diejenigen, die mit Chemikalien umgehen müssen. Lärmschutz ist besonders wichtig für alle, die an der lauten Papiermaschine eingesetzt sind.

Intensiv beworben wird die Aktion „Stop! Think! Go!“, bei der es darum geht, vor jedem Eingriff in eine Maschine innezuhalten und noch einmal über die Gefahren nachzudenken. Auf diese Weise lassen sich schon viele Arbeitsunfälle verhindern.

Ebenso wichtig ist ein neues, vereinfachtes Verfahren zur Meldung von Beinahe-Unfällen. Aus solchen Beobachtungen lassen sich echte Unfälle vermeiden. Außerdem wird es in der Woche der Arbeitssicherheit Fortbildungen für Sicherheitsbeauftragte geben, Trainingseinheiten am Feuerlöscher und diverse elektronische Finessen zur Vermeidung von Unfällen.

Hintergrund

Die Smurfit-Kappa-Gruppe beschäftigt weltweit 38 000 Mitarbeiter in 331 Fabriken. In Europa ist das Unternehmen in 21 Ländern präsent, außerdem in neun lateinamerikanischen Ländern. Der weltweite Jahresumsatz wird mit 7,4 Milliarden Euro angegeben. Produziert werden 5,1 Millionen Tonnen Wellpappenrohpapiere. In Wrexen sind 290 Mitarbeiter beschäftigt, davon 22 Auszubildende. Der Jahresumsatz beträgt 150 000 Euro. Jeden Tag werden hier 680 Tonnen Wellpappenrohpapier und 225 Tonnen Buchbinderpappe hergestellt. Die Wrexer Jahresproduktion verarbeitet 700 000 Tonnen Altpapier zu 85 000 Papierrollen. Die reichen für 200 Millionen Papp-Verpackungen. Die Wrexer Jahresproduktion an Buchbinderpappe reicht für 400 Millionen Bücher und 150 Millionen Leitz-Ordner.(es)

Kommentare