Bad Arolsen

Ausstellung bietet Einblick in "Antike(s) Leben"

- Bad Arolsen (r/es). Die Sonderausstellung „Antike(s) Leben“ – Simulation eines Ideals in Hofbibliothek und Kunstsammlungen der Fürsten von Wal-deck und Pyrmont ist noch bis zum 7. Februar im Residenzschloss zu sehen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Antikenbegeisterung des Arolser Fürstenhauses im ausgehenden 18. Jahrhundert. In jener Zeit wurde die Identifikation mit antiker Kultur und Geisteshaltung zu einem bestimmenden Moment des Lebens in ganz Europa. Die Antikensehnsucht führte zu einem regen Antikentourismus. Auch die Waldecker Fürsten Carl August Friedrich und seine Frau Christiane sowie deren Kinder Friedrich, Georg und ihr Bruder Prinz Christian August wurden von dieser Faszination angesteckt. Spuren der Antike fanden sich bald überall im Fürstentum: in der Erziehung, der Staatskunst, der Philosophie, der zeitgenössischen Musik, der Kleidung, der Möblierung und nicht zuletzt im Denken der Menschen. Eine zentrale Rolle kommt dem leidenschaftlichen Antikensammler Prinz Christian August zu. Er reiste gleich mehrfach zu den Ausgrabungsstätten und brachte viele Fundstücke mit. Dem Treffen mit Goethe und Johann Wilhelm Heinrich Tischbein ist es zu verdanken, dass Prinz Christian ein Sammler klassischer und klassizistischer Plastik wurde; seiner umfangreichen Sammlung fügte er neben der Büste Goethes im „Apollo-Typus“ von Alexander Trippel 700 Bronzen, Arbeiten aus Marmor, ein ansehnliches Münzkabinett sowie zahlreiche moderne Gemälde hinzu. Nach dem Tod Prinz Christians wurde vieles wegen großer Schulden verkauft. Seine gleichfalls begeisterten Brüder konnten Christians „Antike“ für Waldeck jedoch retten, wo sich heute noch manches in den Fürstlichen Sammlungen befindet.

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung von Dienstag, 5. Januar 2009.

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