Großprojekte in Kulturzentrum

Auf der BAC-Bühne geht es rund

Bad Arolsen - Neue, wärmedämmende Fenster, eine motorbetriebene Drehbühne – im BAC-Theater werden große Investitionen getätigt. Und das neben der Vorbereitung neuer eigener Produktionen.

Im Theaterbereich der ehemaligen Stuhlfabrik war es in den Anfangsjahren der „BAC-Stube“ genannten Kulturhalle noch so kalt, dass im Winter an Gastpiele nicht zu denken war. Doch einige wenige Isolationen, der Einsatz von gasbetriebenen Heißluftventilatoren und der Einbau eines großen Holzofens ließen seit einiger Zeit auch in der Winterzeit Aufführungen zu. Allerdings entwich durch die einfach verglasten Fensterflächen immer noch viel Wärme. 30 Meter Fensterfront Mit Unterstützung der Fensterbaufirmen Hewe in Rhoden und Energy Glas in der Pommernanlage in Wolfhagen gelang es, in Eigenleistung eine neue, gut isolierende Fensterfront einzubauen. Im März entfernten vier Mitglieder der Bad Arolsen Company (BAC) unter der Leitung des BAC-Aktiven Horst Preiss die alten Fenster, und Hewe-Mitarbeiter setzten auf einer Länge von 30 und einer Höhe von 1,60 Metern die wärmedämmenden Kunststoffprofile ein. Die BAC konnte durch Eigenleistungen die Kosten um 2000 Euro drücken. Hewe hatte den halben Materialpreis als Spende (3400 Euro) erlassen. Andreas Blume, der Eigentümer des Gebäudekomplexes, eine ehemalige Möbelfabrik, gab 2500 Euro als Spende dazu. Mit gut 1000 Euro beteiligte sich Energy Glas an dem Unternehmen, das sich die BAC so nicht hätte leisten können. Weitere Sponsoren trugen mit zur Finanzierung bei. Nach Herstellerangaben lässt sich der Energieverbrauch durch die neuen Fenster um 40 Prozent senken. Bei den vergangenen Gastspielen im BAC-Theater konnten die Heißluftgeräte ausgeschaltete bleiben, was angesichts der immer noch frostigen Witterung schon auf einen Erfolg der Energiesparmaßnahmen schließen lässt. Die Fenster lassen sich kippen und werden mit Jalousien ausgestattet, die wiederum bei starker Sonneneinstrahlung im Sommer einen kühlenden Effekt bewirken sollen. Die Jalousien stammen übrigens aus den Kulissen der BAC-Produktion „Gut gegen Nordwind“. Rund geht es bald im wörtlichen Sinne auf der Bühne: Im Sommer soll der Bereich komplett umgebaut werden und eine Drehscheibe bekommen,mit der sich noch mehr Möglichkeiten für interessante Inszenierungen bieten. Grund für den Umbau ist der schwankende Boden, auf dem die Bühne gebaut wurde. Auf sandigen Grund wurden alte Paletten gelegt, auf denen die Bühnenbretter derzeit ruhen. Nun soll unter der Regie des „Hausschreiners“ Klaus Müller-Wenk alles raus; auf den dann befestigten Untergrund wird eine Balkenlage gebracht, die die neue Bühne tragen wird. Bühne mit Drehscheibe Dort wird dann eine Drehscheibe mit einem Durchmesser von vier Metern eingebaut. Betrieben wird sie mit zwei sogenannten Movern, wie sie zum Rangieren von Wohnwagen auf Campingplätzen zum Einsatz kommen. Die Geräte mit einer Tragkraft von 1,8 Tonnen werden mit Elektromotoren angetrieben. Bereits zur BAC-Berlin-Revue im Herbst soll es auf der Bühne rund gehen. Auch für die Theaterinszenierung des Jim Jarmusch-Films „Night On Earth“ soll die neue technische Finesse genutzt werden. Mit den kostspieligen Umbauten modernisiert die Bad Arolsen Company ihre Spielstätte und unterstreicht im 26. Jahr ihres Bestehens ihre Bedeutung in der Kulturszene der Region. Neben ambitionierten Eigenproduktionen zählen Theatergastspiele, Konzerte und Kabarett zum Repertoire. I Im vergangenen Herbst wurde das Kommunale Kino mit Erfolg wiederbelebt. Als nächster Film wird am 15. April um 19.30 Uhr „The Most Wanted Man“ gezeigt. Ausverkaufte Gastspiele Bereits ausverkauft ist der Kabarettabend mit der „Pfeffermühle“, der am 19. April bereits um 19 Uhr beginnt. In der Zuschauerstatistik ist das Ensemble der „Bringer“. Auch das Theaterspiel „50 – oder die junge Kunst des Alterns“ am 25. April ist schon ausverkauft. (ah)

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