Herrliches Heimatstück erklärt die Heimatliebe der Mengeringhäuser

Balsam für die Waldecker Seele

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Schlussbild mit Graf Philipp und seinen Knappen: Men schwört sich gegenseitig Treue um Treue.

Bad Arolsen-Mengeringhausen. - Hurra, hurra, jetzt sind sie wieder da... Mit dem Freischießensmarsch und dem Waldecker Lied endet traditionell das Festspiel „Treue um Treue“, das am Sonntagabend in der Stadthalle Premiere feierte.

Fast drei Stunden dauert die Aufführung des Stückes, das der Stadt Mengeringhausen im Jahr 1902 von Dr. Friedrich Böttcher gewidmet wurde.

Das Werk, das sich um den historisch belegten Überfall des Ritters Rabe von Canstein im Jahr 1502 dreht, erzählt von der Liebe der Mengeringhäuser zu ihrer Heimat und ist zugleich der Schlüssel zum Verständnis des Freischießens, das von 16. bis 21. Juli gefeiert wird.

Zur ersten Premiere am Sonntagabend kamen rund 450 Gäste, darunter Bürgermeister Jürgen van der Horst, der Bundestagsabgeordnete Thomas Viesehon und der Landtagsabgeordnete Armin Schwarz. Das waldeckische Fürstenhaus wurde von den Prinzen Carl Anton und Josias vertreten. Als Quasi-Nachfolger des Raben von Canstein waren die heutigen Bewohner der Burg Canstein im Publikum, allen voran Alexander Baron von Elverfeldt.

Dass das Mengeringhäuser Premierenpublikum jede Szene mit besonders kritischen Augen betrachtet, wusste Gerald Nelle als langjährige erfahrener Vorsitzende der Schützengesellschaft zu berichten: „Wir haben hier 450 Oberregisseure, die ganz genau wissen, wie das Stück von Dr. Friedrich Böttcher in Wahrheit inszeniert werden muss.“

Umso größer die Anspannung der offiziell bestellten Regisseure Benno Hess und Susanne Wirtz und bei Klaus Weber, dem Vorsitzenden des Festspielausschusses. Über Monate hatte das Team auf diesen Termin hingefiebert: Wie kommen die Charaktere des bodenständigen Bürgermeister Hildebrand rüber, wie die der ehrgeizigen Lisbeth? - die Traumrolle für junge Leute in Mengeringhausen sind die der Bürgermeistertochter Gertrud und ihres Helden, des Hans von Twiste.

Das erste Zusammentreffen mit dem Raben von Canstein ist entscheidend und dann der große Auftritt des heldenhaften Kellerwirts Brand.

Die jüngeren Mengeringhäuser Mädchen sind als Heumädchen besetzt. Dann der fahrende Scholar und seine Verabredung mit Kunz, dem Verräter. Der Nachtwächter torkelt durch den Saal und über die Bühne bis am End die Stadt brennt.

Der Bürgermeister und seine Tochter werden entführt. Seine Frau eilt durchs nächtliche Gewitter zum Grafen Philipp nach Landau und holt Hilfe. Schließlich der zweifelnde Rabe in seinem Turmzimmer und die Schlüsselszene im Kerker. Hans von Twiste und Graf Philipp kommen als Retter. der Rabe richtet sich selber.

Hier wäre ein guter Zeitpunkt für den Schlussvorhang. Doch das Stück ist noch nicht zu Ende erzählt, bis die Mengeringhäuser und Graf Waldeck sich gegenseitig der ewigen Treue versichern. - Es folgt ein Happy End mit Ritterschlag und Verlobung. Der Hans kriegt seine Gertrud. Die Schützengilde wird gegründet. Das ist die Geburtsstunde des Freischießens.

Applaus und Waldecker Lied. - „Schön war‘s und was fürs Herz“, wie ein Zuschauer treffend zusammenfasst. Nur der eine oder andere Oberregisseur wünschte sich an der einen stelle noch mehr Herzschmerz und an der anderen vielleicht noch etwas mehr Inbrunst. - Und das Wetter war früher viel bedrohlicher, damals mit den Erbsen auf dem Trommelfell und dem großen Blech fürs Gewitter. -Aber sonst: Alles top!

Das Stück ist wieder doppelt besetzt. Die zweite Premiere ist für Freitag, 27. Juni, um 20 Uhr angesetzt. Weitere Aufführungstermine am Sonnabend, 28. Juni um 20 Uhr und am Sonntag, 29. Juni, um 18 Uhr, 4./11. Juli um 20 Uhr, 6. Juli um 18 Uhr sowie am 19. Juli um 14.30 Uhr. Aufgrund der großen Nachfrage ist eine zusätzliche Nachmittagsvorstellung am 3. Juli um 16 Uhr eingeplant worden.

Der Eintritt beträgt sieben Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder bis 14 Jahre. Karten gibt es in der WLZ-Geschäftsstelle in Bad Arolsen sowie bei der Waldecker Bank, der Sparkasse und der Tankstelle Klapp in Mengeringhausen. Ein Kartentelefon ist unter 05691/7099127 eingerichtet.

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