Initiative „Pro Bad Arolsen“ möchte Kernstadt um ein Bronzemodell bereichern

Barockstadt zum Anfassen

Bad Arolsen - Mit einer weiteren Attraktion im Bereich des Residenzschlosses möchte die Initiative „Pro Bad Arolsen“ die Stadt interessanter für Urlauber und Tagesgäste machen. Das Problem ist die Finanzierung.

Bei der Jahreshauptversammlung des 54 Mitglieder zählenden Fördervereins zur Stärkung der städtischen Wirtschaft und Kultur überraschte der langjährige und wiedergewählte Vorsitzende Rolf Crone mit einer ebenso reizvollen wie kostspieligen Idee:

Eine dreidimensionale Miniaturausgabe der Innenstadt könnte den interessierten Besuchern im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar machen, was sich Hofbaumeister Julius Ludwig Rothweil Anfang des 18. Jahrhunderts bei der barocken Stadtanlage gedacht hat. Aus Geldmangel wurde bekanntlich nur der westliche Flügel der Stadtanlage realisiert. Der Osten war lange Zeit eine Brache, bis vor wenigen Jahren der Neubau der Schön-Klinik errichtet wurde.

All das ließe sich mit den aktuellen Daten einer von der Katasterverwaltung veranlassten Überfliegung in ein dreidimensionales Bronzemodell gießen.

Die Architekten Jürgen Schimmelfeng und Astrid Bodenhausen schilderten die Ergebnisse eines gemeinsamen Entwurfes.

Nach Rücksprache mit Stadtführern und Dr. Birgit Kümmel vom Museum der Stadt könnte der gepflasterte Busparkplatz gegenüber dem Marstall als Standort für das Modell genutzt werden. Denkbar sei eine Größe von bis zu 1,5 mal vier Metern, was aber von den Kosten abhängig ist. Denkbar sei auch, das Modell mit einer Sitzbank aus Sandstein und weiteren Wandscheiben zu einem Informationspunkt für die Stadtgeschichte auszubauen. Auf jeden Fall aber könnten hier die regelmäßigen Stadtführungen beginnen.

Ernüchternd die ersten Kostenschätzungen: Das Bronzemodell könnte um die 35000 Euro kosten, die Abrundung mit Sandsteinbank und informativen Stellwänden insgesamt rund 60000 Euro.

Solche Summen könnte angesichts der aktuellen Haushaltslage weder die Stadt noch die Initiative „Pro Bad Arolsen“ aufbringen. Daher will sich der Vorsitzende nun mit dem entsprechenden Votum der Mitgliederversammlung auf Sponsorensuche machen.

Derzeit verfügt der Verein über ein Vermögen von rund 30000 Euro. Der Haushaltsplan für das laufende Jahr sieht Ausgaben in Höhe von rund 15000 Euro für verschiedene Projekte im Stadtgebiet vor. Fast 6000 Euro sind allein für weitere Informationstafeln an den historischen Gebäuden im Kernstadtbereich eingeplant.

Mit kleineren Beträgen unterstützt die Initiative die Barockfestspiele, die kleine Museumsnacht, das Museum „Historicum 20“ und den Barriereführer für Bad Arolsen.

Der wiedergewählte Vorstand wird von Rolf Crone und seinen Stellvertretern Klaus Winger und Ulf Stracke geleitet. Die Kasse führt Frank Poppe. Schriftführerin ist Gerti Crone.

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