Bad Arolser Kommission zeichnet wieder vorbildliche Geschäfte aus

Barrieren vor den Häusern und in den Köpfen abbauen

Auszeichnung für fünf Bad Arolser Geschäfte und Dienstleister, die sich um Barrierefreiheit bemühen. V.l. Oberst a.D. Jürgen Damm, Sachbearbeiter Dominik Wohl, Petra Scheele, Bürgermeister van der Horst, Fahrlehrer Andreas Scheele, Julia Hesse von der Firma Hörgeräte Kind, Frank Poppe von der Firma Augenoptik und Hörakustik Stracke, Martina Spangenberg und Bärbel Langbein vom dm-Drogeriemarkt, Fahrlehrer Hans-Wilhelm Jäger und Sabine Gottmann vom städtischen Bauamt. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen - Das Thema Barrierefreiheit und die Stadt Bad Arolsen sind seit 15 Jahren miteinander verknüpft. Gestern wurden fünf weitere Unternehmen für ihre Bemühungen um den barrierefreien Zugang ihrer Kunden ausgezeichnet. Insgesamt tragen jetzt 33 Betriebe dieses Prädikat.

Bei einer Feierstunde im Rathaus lobte Oberst a.D. Jürgen Damm als Sprecher der Aktion Barrierefreies Leben in Bad Arolsen (BliBA) den besonderen Umgang, den die Stadt Bad Arolsen und ihre Bürger mit Menschen mit Behinderung pflegen.

Der damalige Bürgermeister Gerhard Schaller habe das Thema im Vorfeld des Hessentages angeschoben. Seit 1999 gelt in der Stadt die Maxime, dass bei jeder öffentlichen Baumaßnahme die BliBA-Gruppe gehört werde. Seitdem sei es selbstverständlich, dass Bürgersteige abgesenkt würden. Das diene Rollstuhlfahren ebenso wie Eltern mit Kinderwagen und Senioren mit Rollatoren.

Die Gruppe BliBA habe sich auf die Fahnen geschrieben, vorbildliche Firmen für ihr Tun auszuzeichnen. Das sei besser, als negative Beispiele anzuprangern. Ausgezeichnet wurde diesmal die Firma Augenoptik und Hörakustik Stracke für ihren Anbau einer Rollstuhlrampe und den Einbau eines automatischen Türöffners. Eine weitere Auszeichnung erhielt die Firma Hörgeräte Kind, die ebenfalls eine Rollstuhlrampe anbaute.

Im Drogeriemakrt dm lobte die Kommission die großzügigen Regalgänge, die größtmögliche Bewegungsfreiheit ermögliche. Positiv fiel eine Ruhebank im Geschäft auf, ebenso wie die große Preisschilder und die Lupe am Einkaufswagen.

Der Fahrlehrer Hans-Wilhelm Jäger wurde von der BliBA-Kommission als eine der ganz wenigen Fahrschulen ausgezeichnet, die nicht nur Fahrschüler mit Behinderungen akzeptieren, sondern auch die technischen Einrichtungen vorhalten, die eine praktische Fahrprüfung ermöglichen.

Gelobt wurde auch der Einsatz der Fahrschule Scheele für die Belange von Behinderten. Oberst a.D. Damm regte für die Zukunft eine Kooperation beider Fahrschulen an.

Tatsächlich sei in der Stadt schon eine Menge bewegt worden, um Menschen mit Behinderungen das leben ein wenig einfacher zu machen. Es gebe aber auch noch eine Menge zu tun. Als nächstes wolle sich BliBA um den Zustand der Straße Helisosteig kümmern. Auch dort seien die Bewohner mit zunehmendem Alter darauf angewiesen, dass die Gehwege barrierefrei angelegt seien.

Zum 15-jährigen Bestehen von BliBa im kommenden Juni sei wieder ein gemeinsames Projekt mit Schülern der Karl-Preising-Schule geplant. Die Schüler könnten die ersten und obersten Stufen vor den Treppen der Arolser Geschäfte für Sehbehinderte markieren, so Damm.

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