Pfarrer Edgar Hohmann hat in Volkmarsen eine Menge bewirkt

Bauherr, Büttenredner, Seelsorger

Volkmarsen - Gibt es eine Kirche ohne Pfarrer Hohmann? Viele Volkmarser können sich das überhaupt nicht vorstellen.

Nach 40 Jahren als Seelsorger am Fuße der Kugelsburg wird Pfarrer Edgar Hohmann am 19. Juli feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Zum Glück für die große katholische Gemeinde hat der Bischof von Fulda schon einen Nachfolger für den beliebten Pfarrer Hohmann ausgesucht.

So wichtig Hohmann die Seelsorge und der Umgang mit seinen Gemeindemitglieder auch war, so sehr hat er doch auch am Erhalt der altehrwürdigen Marienkirche mitgebaut und mit dem Kauf des alten Hotels am Bahnhof und dem Umbau zum Gemeindezentrum St. Hedwig Räume geschaffen, die noch lange an sein Wirken erinnern.

Unvergesslich und unverwechselbar waren Hohmanns Akzente, die er im Karneval, in der Eulenbütt der Karnevalsgesellschaft, setzte. Doch vielleicht bleibt Hohmann den Narren an Erpe und Twiste auch als Pensionär erhalten.

Längst entschieden und mit seinem Nachfolger, dem 42-jährigen Martin Fischer, derzeit Kaplan im mittelhessischen Großenlüder, abgesprochen ist, dass Pfarrer Hohmann auch im Ruhestand in Volkmarsen wohnen bleiben wird. „Die Abkürzung i.R. hat in Kirchenkreisen eher die Bedeutung in Rufweite. Wenn mein Nachfolger mich braucht, stehe ich für Vertretungen zur Verfügung.“

Für Pfarrer gibt es keine Pensionsgrenze von 67 Jahren. Pfarrer ist man ein Leben lang. Doch mit 70 Jahren darf man bei seinem Bischof ohne Angabe von Gründen den Wechsel in den Ruhestand beantragen. Im Falle von Pfarrer Hohmann hat der Bischof darum gebeten, dass er noch ein wenig länger bleibt, bis auch tatsächlich ein Nachfolger gefunden ist.

So kommt es, dass Hohmann nun mit 71 Jahren und über 40 Jahren als katholischer Pfarrer verabschiedet wird.

Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit waren die dreiwöchigen Jugendfreizeiten, die er bis zum 60. Lebensjahr begleitete. Auch hier hat er gute Nachfolger gefunden, die den 80 bis 100 Jugendlichen Freude am gemeinsamen Erleben im Zeltlager vermitteln.

Kirche saniert

Ungewollt war Pfarrer Hohmann mehrfach gezwungen, größere Bauprojekte anzuschieben: Das heutige Gemeindezentrum St. Hedwig war einst ein Hotel. Nach dem Krieg kamen Schwestern eines schlesischen Ordens in die Stadt und eröffneten dort ein Altenheim. Als sie sich 1972 zurückzogen, ergab sich die Frage, was mit dem Gebäude geschehen sollte.

Schritt für Schritt erfolgte der Aus- und Umbau. Zunächst wurden nur einzelne Räume tapeziert, dann ganze Fensterfronten ausgetauscht. Die Bauabteilung beim bischöflichen Generalvikariat war nicht immer erfreut. Doch der Erfolg gab Hohmann recht. Das Gebäude wird heute intensiv für die Gemeindearbeit genutzt.

Nicht ganz billig, aber unbedingt notwendig war auch die grundlegende Sanierung der romanischen Stadtkirche St. Marien. Von 1989 bis 1995 wurden 4,2 Millionen D-Mark verbaut.

Selbstkritisch meint der Pfarrer, er hätte sich vielleicht ein wenig mehr um den katholischen Kindergarten kümmern müssen. Das sei ihm bei der Feier des 50-jährigen Bestehens deutlich geworden. Dann aber stellt er anerkennend fest: „Wir haben da ganz hervorragendes Personal. Der Kindergarten war immer ein Selbstläufer!“

Zu den besonderen, unvergesslichen Erlebnissen während seiner Amtszeit gehörte 1988 die Trauung von Cecilia und Wittekind zu Waldeck und Pyrmont in der Bad Arolser Stadtkirche. Das Brautpaar hatte damals den katholischen Pfarrer aus der Nachbargemeinde gebeten, bei der ökumenischen Trauung in der evangelischen Stadtkirche gemeinsam mit Dekan Götte die Feier zu halten. „So viele Hüte“, erinnert sich Hohmann noch mit einem Strahlen in den Augen.

Leider habe er gleich nach der Trauung noch einen weiteren Termin wahrnehmen müssen, deswegen habe er das festliche Hochzeitsmahl im Residenzschloss verpasst.

Der Wechsel von Pfarrer Hohmann zu Pfarrer Fischer soll zwar offiziell am 31. Juli / 1. August erfolgen. Weil aber Pfarrer Fischer noch eine Menge in seiner alten Gemeinde zu erledigen hat, wird seine Amtseinführung erst zum Patronatsfest von St. Marien am 15. August gefeiert. So kommt es, dass Pfarrer Hohmann als erste Amtshandlung seiner Vertretung noch eine Taufe zu feiern hat.

Der offizielle Abschied von Pfarrer Hohmann findet mit einem Gottesdienst am 19. Juli um 13.30 Uhr und Abschlussfeier in St. Hedwig statt.

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