Remmeker Feld und Wetterburger Landwirte gegen Trasse durchs Arolser Holz

Bedenken gegen Wetterburger Umgehung

Heinz Riemenschneider überreicht im Namen der Interessengemeinschaft Arolser Holz 830 Unterschriften gegen den Bau einer Umgehungsstraße durch das Arolser Holz an Bürgermeister Jürgen van der Horst. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen-Wetterburg - 830 Unterschriften gegen den Bau einer Umgehungsstraße auf einer Trasse zwischen dem Remmeker Feld und der Ortslage von Bad Arolsen hat eine 20-köpfige Abordnung der Interessengemeinschaft Arosler Holz an Bürgermeister Jürgen van der Horst übergeben.

Die Bewohner des Remmeker Feld sowie die Anwohner der waldnahen Gebiete der Stadt Bad Arolsen fürchten den Verlust eines wertvollen Naherholungsgebietes und wehren sich gegen den Versuch des Bad Arolser Magistrates, im Schulterschluss mit dem Volkmarser Magistrat, künftige Verkehrsströme vom neuen Logistikzentrum durch Arolser Wohngebiete zu leiten. Diese Strategie diene einzig dazu, Finanzmittel vom Land für dieses Projekt zu bekommen.

Die Bewohner des Neubaugebietes Remmeker Feld und der waldnahen Wohngebiete von Bad Arolsen erhielten gestern bei ihrem Besuch im Arolser Rathaus Rückendeckung von den Wetterburger Landwirten, die schon seit Jahren gegen den erneuten Verlust von Acker- und Weideflächen protestieren.

Die Wetterburger Landwirte hätten schon durch den Bau des Twistesees, des Golfplatzes und durch das Neubaugebiet Remmeker Feld mehr als die Hälfte ihrer Ackerflächen verloren und müssten deswegen unnötige weite Fahrten zu anderen Flächen in Kauf nehmen, rechnete Heinz Brühmann vor.

Dabei stellten die landwirtschaftlichen Betriebe von Wetterburg 18 Arbeitsplätze und seien mit ihren Ställen wichtige Investoren für die Bauwirtschaft.

Brühmann warb zusammen mit Heinz Riemenschneider von der Interessengemeinschaft Arolser Holz für eine Straßenvariante über das Wetterholz. Dort gebe es oberhalb des Twistesees eine alte Kreisstraßentrasse, die wenig Kosten verursache.

Bürgermeister Jürgen van der Horst wiederholte seine Einschätzung, wonach die Wetterholzvariante eine zu geringe Entlastungswirkung für die Ortslage von Wetterburg mit sich bringe und deshalb keine Chance habe, jemals vom Land finanziert zu werden.

Tatsächlich gebe es aus der Landesregierung das Signal, dass künftig keine neue Straße mehr gebaut werde. Einzige und letzte Chance sei es, mit dem zu erwartenden zusätzlichen Lkw-Verkehr vom Volkmarser Logistikzentrum doch noch knapp vor Toresschluss Gelder für eine Straße durch das Arolser Holz zu bekommen. Eine solche Straße werde so gebaut, dass möglichst geringe Lärmemissionen von ihr ausgingen. Für neue Straße gebe es schließlich strengere Grenzwerte als für bestehende.

Einzige Alternative sei es vor diesem Hintergrund, gar keine Umgehung zu bauen, so der Rathauschef, der sich aber auf zahlreiche anderslautende Beschlüsse des Stadtparlamentes aus den vergangenen zwei Jahrzehnten berief.

Heinz Brühmann griff den Vorschlag auf, auf die Umgehungsstraße zu verzichten und rechnete vor, dass ohnehin nur ein etwa 250 Meter langes Teilstück der Burgstraße stark betroffen sei. In diesem Teilstück gebe es nach Abzug der vom Verkehr lebenden Gaststätten und der Kirche höchstens 20 bewohnte Häuser, die nach und nach von den Erben für wenig Geld an Neubürger verkauft würden, die sehenden Auges an die viel befahrene Straße zögen.

Die verbleibenden Wohnhäuser könne man auf dem Wege der Dorferneuerung attraktiver machen. Dazu könnten eine Doppelt- oder Dreifachverglasung beitragen. Auch der Abriss des einen oder anderen schlechten Bausubstanz sei sinnvoll. Der so gewonnene Freiraum könne für Parkplätze oder Gärten genutzt werden, die das Wohnen für die verbliebenen Häusern attraktiver mache.

Bürgermeister Jürgen van der Horst versprach, sämtliche Möglichkeiten mitsamt den Zahlen der Verkehrszählung bei demnächst einer Bürgerversammlung in Wetterburg vorstellen und diskutieren zu wollen.

Kommentare