Berndorf

Berndorfer Dorfladen soll erhalten bleiben

- Twistetal-Berndorf (-es-). Die Nähe zur Kreisstadt Korbach ist für viele Berndorfer ein Vorteil, gleichzeitig aber auch ein Nachteil, wenn es um den Erhalt dörflicher Strukturen geht. Jetzt bangen die Berndorfer um ihren Dorfladen.

Frauke Standke hat vor fünf Jahren das Lebensmittelgeschäft in der Strother Straße übernommen. Die zentrale Lage, mitten im Dorf, die Sparkassenfiliale gleich gegenüber und eine Schlecker-Drogerie nebenan sprachen für den Sprung in die Selbstständigkeit. Dann aber gingen die Umsätze immer weiter zurück. Schlecker zog sich im September aus Berndorf zurück und jetzt hängt die Zukunft des Dorfladens an einem seidenen Faden. Eine Gruppe engagierter Bürger hat das Problem erkannt und sowohl den Ortsbeirat als auch die Berndorfer Vereinsvorstände für eine konzertierte Aktion gewonnen. Gemeinsam wollen sie dafür sorgen, dass die Berndorfer wieder mehr im eigenen Ort einkaufen und nicht mehr nur in der Kreisstadt. Alle wissen: Wenn der Dorfladen erst einmal geschlossen hat, dann wird so bald kein neuer eröffnet. Beispiele aus anderen Waldecker Dörfern zeigen, wie mühsam es ist, selbst mithilfe der Dorferneuerung zerstörte Strukturen wieder neu aufzubauen. Deshalb trafen sich am Sonnabendvormittag eine Abordnung von Ortsbeirat, Vereinen und engagierte Bürger, um gemeinsam mit Frauke Standke und ihrem Vermieter Horst Wilke nach möglichen Lösungen zu suchen. Wilke, selbst Berndorfer Urgestein, will alles tun, um seine Pächterin zu unterstützen. Er schlägt vor, den bisher rund 200 Quadratmeter großen Dorfladen in die rund 400 Quadratmeter große ehemalige Schleckerfiliale zu verlegen. Dann könnte im Dorfladen ein Getränkemarkt entstehen. Zur Aufwertung der Fleischtheke könnte ein regionaler Fleischer angesprochen werden, sich ebenfalls zu engagieren. Bei der Höhe der Pacht will Wilke gerne weitere Abstriche machen. Hauptsache, die Gebäudekosten werden gedeckt und die Läden stehen nicht dauerhaft leer. Gemeinsam will man sich um die Vergrößerung des Parkplatzes und um eine bessere Zufahrt von der Bundesstraße her bemühen. Hier ist im Zweifel die Unterstützung der Gemeinde gefragt. Alle sind sich aber einig, dass ein wenig Wirtschaftsförderung zur rechten Zeit deutlich günstiger wird als ein teures Rettungsprogramm für ein Dorf ohne eigenen Laden. Am Ende kommt es darauf an, dass alle Berndorfer mitziehen und ihre täglichen Einkäufe im Ort erledigen. „Ein Dorf mit 1800 Einwohnern wird doch wohl einen Laden erhalten können“, kommentiert Karl-Heinz Schramme und alle pflichten ihm bei.

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