Orientierungsseminar für neunte Klassen an der Kaulbach-Schule mit Betrieben

Das Berufsleben im Blick

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Letzte Instruktionen vor dem Beginn des Berufsorientierungsseminars der Kaulbach-Schule Bad Arolsen durch Arbeitslehrelehrer David Flore, vorne links, an Leila Gabizova , vorne i. d. Mitte, und Natalie Büttner. Im Hintergrund, v. l. der schulische Koordi

Bad Arolsen - Als einzigartiges Erfolgsmodell hat sich das am Donnerstag begonnene Berufsorientierungsseminar an der Kaulbach-Schule in den vergangenen sieben Jahren profiliert.

89 Jungen und Mädchen der neunten Klassen wurden in die 42 Betriebe und Institutionen verabschiedet, in denen sie an zwei Tagen erste berufliche Erfahrungen sammeln können. Bürgermeister Jürgen van der Horst, in dessen Rathaus gleich drei Schüler ein Praktikum absolvieren, ermunterte die Jugendlichen, möglichst viele Eindrücke zu sammeln und zielgerichtet auf eine berufliche Ausbildung direkt im Anschluss an die Schule hinzuarbeiten. Manchmal wechselten Schüler nur zu weiterführenden Schulen, weil sie sich nicht für eine berufliche Ausbildung entscheiden könnten.

In diesem Umfang sei das einwöchige Berufsorientierungsseminar einmalig, zudem habe es eine hohe Qualität, sagte van der Horst. Von den Schülern selbst hänge es ab, ob das BOS in dieser Form fortgesetzt werden könne.

Gute Zusammenarbeit

So eine Woche zur Vorbereitung auf den Beruf biete nicht jede Schule, sagte Schulleitern i. V. Rosel Reiff. Dies sei nicht zuletzt der intensiven Vorbereitung und Begleitung durch den Konrektor Reinhard Drude und den schulischen Koordinator Stefan Koch zu verdanken.

Für die Kooperation Schule und Arbeitswelt zeichnet Angelika Teppe verantwortlich. Es sei wichtig, die eigenen Stärken zu erkennen und zu entwickeln, sagte sie. Dabei müssten die Schüler ganzen Einsatz bringen. Sie bedauerte, dass im Durchschnitt in Deutschland etwa 20 Prozent der Auszubildenden im ersten Lehrjahr die Ausbildung abbrächen, weil sie den Beruf nicht für den richtigen hielten. Die Jugendlichen ermutigte sie, sich rechtzeitig und mit Nachdruck um Praktika zu kümmern. Denn nur so könne geklärt werden, in welche Richtung eine Ausbildung gehen sollte.

Das Spektrum der in dieser Woche mitwirkenden Betriebe reicht von der Verwaltung über den Handwerksbetrieb im Malerhandwerk bis hin zu dem metallverarbeitenden Weltunternehmen Essex. Die Betriebe stellen selbst Geld für die „Schnuppertage“ bereit oder sorgen für den Transport zu den Betrieben.

Der feine Unterschied

Die Betriebserkundung ist ein Mosaikstein im BOS. Damit verbunden sind auch Theoriemodule zu den Themen Vorstellungsgespräch, Telefontraining und Umgangsformen. Die Schüler bekommen Informationen zur Berufswahl und lernen Einstellungstests kennen. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, die Informationen zu dokumentieren und bei einer Präsentation am Ende des BOS in der kommenden Woche vorzustellen. Dann dürften die Jungen und Mädchen auch den Unterschied zwischen Job und Beruf verstanden haben, wie Schulleiterin Reiff gestern erklärte.

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