Bad Arolsen: Kompetenzzentrum für dekompensierten Tinnitus

275 Besucher beim 17. Tinnitus-Symposion der Schön-Klinik

Bad Arolsen - Tinnitus, das berühmte Klingeln im Ohr, ist bei vielen Patienten nur eines von vielen Symptomen, die das Leben zur Hölle machen. Wer stationär in der Schön-Klinik Bad Arolsen aufgenommen und über viele Monate behandelt wird, hat schon einen langen Leidensweg hinter sich.

Depression, Burnout, Angststörung und posttraumatische Belastungsstörungen gehen oft mit dem dekomprimierten Tinnitus einher und rauben den Betroffenen den letzten Lebensmut. Auf die Behandlung dieser Patienten haben sich die rund 50 Psychologen und 27 Ärzte, darunter fünf HNO-Experten der Schön-Klinik Bad Arolsen spezialisert. In der bundesweit größten Klinik dieser Art werden ständig rund 230 Patienten mit den beschriebenen komplexen psychosomatischen Störungen behandelt. Im Jahr sind es rund 700. Beim 17. Tinnitus-Symposion kamen am Wochenende im Neuen Schloss rund 200 ehemalige Patienten sowie rund 75 Experten aus allen Medizin-Berufen zusammen, um sich in zehn Arbeitsgruppen auszutauschen und in mehreren Fachvorträgen fortzubilden. Dazu hat die Schön-Klinik wieder ein gutes Dutzend namhafter Referenten verpflichtet. Prof. Dr. Gerhard Goebel von der Schön-Klinik in Prien am Chiemsee sprach zum Thema „Hyperakusis und Tinnitus - verwandt oder verschwistert?“ Die Münchener Musiktherapeutin Dr. Annette Cramer berichtete über ihre Erfahrungen mit der Musiktherapie und Tiefenentspannung. Ein Hörgeräte-Entwickler der Firma Kind aus Hannover informierte über die Möglichkeiten moderner Hörgeräte. Außerdem schilderte der Präsident der Deutschen Tinnitus-Liga, Volker Albert über die Kultur des Hörens und die Folgen von Höreinschränkungen. Weitere Referenten kamen vom Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, und von der Neurologischen Klinik der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Eröffnet wurde die Vortragsveranstaltung vom Ärztlichen Direktor der Schön-Klinik, Privatdozent Dr. Dr. Niels Bergemann.Die Grüße der Stadt überbrachte Erster Stadtrat Helmut Hausmann. Er vergaß dabei nicht, die Bedeutung der Klinik für die Stadtentwicklung zu erwähnen. Die Schön-Klinik bietet viele anspruchsvolle Arbeitsplätze und sorgt mit ihren Symposien für zusätzliche Gäste in der Stadt. (es)

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