Mitarbeiter des Bathildisheims sind von der Schließungsentscheidung betroffen

13 Betreuer ohne Arbeit

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Das Foto wurde Mitte März aufgenommen: Die Sporthallen in Mengeringhausen wurden gerade geräumt. Währenddessen kam der Bau der vier neuen Unterkünfte auf dem Mengeringhäuser Hagen gut voran. Bürgermeister Jürgen van der Horst und Udo Hoffmann, der Leiter der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung, erläuterten die rund sechs Millionen Euro teuren Pläne.  

Mengeringhausen. Drei Tage nach der Entscheidung der Landesregierung, die neu gebauten Wohnblocks für Flüchtlinge auf dem Hagen als „passive Reserve“ einzustufen, wird im Bathildisheim nach Möglichkeiten gesucht, die betroffenen 13 Mitarbeiter anderweitig unterzubringen.

Das Bathildisheim hatte seit Eröffnung des Flüchtlingscamps in der Mengeringhäuser Altstadt einen Betreuungsauftrag vom Land. Die vielfältig engagierte Pflegeeinrichtung übernahm die Versorgung mit Essen und die sozialpädagogische Betreuung der traumatisierten Flüchtlinge.

Als die drei Hallen in der Mengeringhäuser Altstadt geräumt wurden, bleib das Vertragsverhältnis aufrecht, weil die erfahrenen Mitarbeiter des Bathildisheimes auch die Betreuung der neuen Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Mengeringhäuser Hagen übenehmen sollte.

Doch daraus wird jetzt nichts. Auf Stellensuche „Wir haben am Mittwoch die Akquise weiterer Mitarbeiter gestoppt. Eingegangene Bewerbungen werden in andere Geschäftsbereiche unserer Einrichtung weitergeleitet“, berichtete gestern Bathildisheim-Vorstand Pfarrer Christian Geyer auf WLZ-Anfrage.

Auch Bürgermeister Jürgen van der Horst war überrascht von der Entscheidung der Landesregierung, die gerade erst fertiggestellten Wohnblocks doch nicht in Betreib zu nehmen. 

 Für die Stadt Bad Arolsen sei jedenfalls kein Schaden entstanden. Bauherr für die vier Wohnblocks mit 528 Plätzen samt Verwaltungstrakt im ehemaligen Kasino sei das Land Hessen. Es gebe einen langfristigen Pachtvertrag mit der Bioenergiepark GmbH. Der werde eingehalten. Auch das sei nicht zum Schaden der Stadt. 

 Man habe auch schon begonnen, über eine mögliche Nachnutzung nachzudenken. Vom Abriss und Neuaufbau als Reihenhaussiedlung sei alles möglich. Das liege an der flexiblen Holzständerbauweise. Auch eine Nachnutzung sei schon angedacht, aber noch nicht spruchreif. 

 Auf keinen Fall aber sei eine dauerhafte Wohnnutzung an dieser Stelle auf dem Hagen möglich. Schließlich sei baurechtlich ein Industriegebiet in der Nähe. Doch zum jetzigen Zeitpunkt warnt van der Horst vor übereilten Maßnahmen.

Schließlich könne sich auch jederzeit die Flüchtlingssituation wieder ändern. Van der Horst: „Wir leben in einer schwierigen Zeit. Vielleicht befinden wir uns im Moment auch nur im Auge des Orkans.“ (es)

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