Bad Arolsen

SPD blickt zurück und macht sich Mut für nächste Wahl

- Bad Arolsen (-es-). Die SPD-Ortsvereine seien keine Selbsterfahrungsgruppen. Deshalb seien alle aufgefordert, Politik zu machen und sich ein zumischen, stellte Landesvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel in Bad Arolsen fest.

Alle Ortsvereine und Unterbezirksvorstände würden in den nächsten tagen per Post aufgefordert, ihre eigene Wahlanalyse zu erstellen und diese zum Bundesvorstand nach Berlin zu schicken. So sollten alle Gliederungen der Partei nach den vernichtenden Wahlschlappen des zu Ende gehenden Jahres aufgerüttelt werden, sich wieder einzumischen und Politik zu machen. Diejenigen, die in die SPD eingetreten seien hätten dies getan, um Gutes zu tun und die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen zu verbessern, erinnerte Schäfer-Gümbel am Sonnabend bei der Feier zum 90-jährigen Bestehen des SPD-Ortsvereins Bad Arolsen in der Gaststätte „Schlossgarten“ vor rund 50 Mitgliedern aus Bad arolsen, Mengeringhausen, Landau, Volkmarsen und Diemelstadt. Der Landesvorsitzende verwies auf die aktuellen Zahlen zur Kinderarmut in Deutschland. Die 2,6 Millionen Kinder, die heute schon unterhalb der Armutsgrenze lebten, hätten bessere Chancen und bessere Schulen verdient. Dazu gehöre auch eine Ganztagsbetreuung und ein warmer Mittagstisch. Für diese Kinder seien ein öffentliches Schwimmbad und eine Sportanlage um die Ecke wertvoller als ein Nintendo-Spiel zu Weihnachten. In diesem Sinne müssten sich Sozialdemokraten einsetzen: „Politik muss raus aus den Hinterzimmern und zurück zu den Menschen.“ Ähnlich äußerte sich Unterbezirksvorsitzender Karl-Heinz Stadler in seinem Grußwort. Er bedauerte, dass der Begriff der Solidarität in der Gesellschaft nicht mehr positiv besetzt sei. Viele fürchteten sich davor teilen zu müssen. Bei der im März 2011 anstehenden Kommunalwahl komme es für die SPD darauf an, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Die politischen Ziele müssten für die Bürger einsichtig sein. Grußworte zum 90-jährigen bestehen des SPD-Ortsverbands überbrachten außerdem Bürgermeister Jürgen van der Horst und der neu gewählte Landrat Dr. Reinhard Kubat, der im Januar sein Amt antreten wird. Beiden parteilosen Kommunalpolitikern versprachen die beiden kommissarischen Vorsitzenden Andreas Schad und Walter Illian: „Wir haben euch nicht nur im Wahlkampf unterstütz, sondern werden dies auch in der parlamentarischen Arbeit tun.“Seinen Antrittsbesuch in Bad Arolsen als frisch gewählter Direktkandidat nutzte Bundestagsabgeordneter Ulrich Meßmer dazu, den Mitgliedern nach den erlittenen Wahlschlappen Mut zu machen. Im übrigen kündigte der sportliche Abgeordnete seine Teilnehme am Adventsmarathon am kommenden Wochenende am Twistesee an. Er werde bestimmt nicht als Erster durchs Ziel gehen. Aber es sei gute Tradition in der SPD, dass niemand auf der Strecke zurückgelassen werde.

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