Zuschussbescheide für Volkmarsen ermöglichen Vorbereitung

Bürger gefragt bei Dorfentwicklung

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Zuschussbescheide für die Dorfentwicklung in Volkmarsen nahm gestern Vormittag Bürgermeister Hartmut Linnekugel (2. v. r.) aus der Hand von Karlfried Kukuck (Landkreis Waldeck-Frankenberg; r.) entgegen. Links im Bild Norbert Herrmann, Stadtverwaltung, und

Volkmarsen - Mit geballten Kräften von Bürgern und Kommunalpolitikern sowie Zuschüssen des Landes soll die Dorfentwicklung in Volkmarsen in Gang gebracht werden.

Karlfried Kukuck, Fachdienst und Stabsstelle Ländlicher Raum / Dorf- und Regionalentwicklung, übergab gestern Vormittag im Rathaus an Bürgermeister Hartmut Linnekugel Zuschussbescheide des Landes in Gesamthöhe von rund 60 000 Euro für ein „Integriertes kommunales Entwicklungskonzept“ (IKEK), Beratungsleistungen und einen „städtebaulichen Fachbeitrag“, mit dessen Hilfe das Fördergebiet festgestellt werden soll.

Die Kernstadt Volkmarsen scheidet bereits aufgrund der Größe aus, nur die Ortsteile Ehringen, Herbsen, Hörle, Külte und Lütersheim werden im Rahmen der Dorfentwicklung (bisher Dorferneuerungsprogramm) mit Fördermitteln bedacht. Volkmarsen wird als erste Kommune im Landkreis in diesem Jahr gefördert.

Zu einem ersten Informationsabend sind alle interessierten Bürger aus den betroffenen Orten sowie Kommunalpolitiker am 4. Februar um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Lütersheim eingeladen.

Mithilfe einer zehn bis zwanzig Mitglieder starken Steuerungsgruppe soll möglichst bald die Dorfentwicklung in der Großgemeinde in Gang gebracht werden. Alle Interessierten sind aufgerufen, sich bei Norbert Herrmann, Telefon 05693/687200, im Rathaus zu melden.

Auf breiter Basis, so Kukuck, sollen in der gesamten Großgemeinde Schwerpunktprojekte gemeinsam festgelegt werden. Vorgesehen ist ein Förderzeitraum bis 2021. Mit 750?000 Euro wird die Höhe der förderfähigen Gesamtkosten öffentlicher Maßnahmen beziffert.

Für private Vorhaben, für die nach Festlegung der Förderbereiche schon Anträge gestellt werden können, ist keine Deckelung vorgesehen. In dem ersten halben Jahr, in einer von Fachleuten begleiteten Vorbereitungsphase, sollen die Projekte in ein Konzept aufgenommen werden.

Dabei geht es um Maßnahmen zur Stärkung der dörflichen Infrastruktur, zur Erhaltung des Bestands oder um Energiesparmaßnahmen, mit denen ein Beitrag zur Haushaltskonsolidierung geleistet werden kann. Beispiel: Die Sanierung eines Gemeinschaftshauses kann langfristig gut für den Stadtsäckel sein, zudem können Nutzungsschwerpunkte für die DGHs festgelegt werden.

Solche Projekte lassen sich auch mit dem Zwang zur Haushaltssanierung unter dem kommunalen Schutzschirm des Landes vereinbaren, erklärte dazu Bürgermeister Hartmut Linnekugel. Dazu geht es auch um „nicht investive“ Maßnahmen, die das dörfliche Leben fördern sollen. „Es gibt eine andere Bandbreite der Themen als bei der früheren Dorferneuerung“, sagte Kukuck. Anvisiert wird eine stärkere regionale Vernetzung und eine interkommunale Ausrichtung in Nordwaldeck: „Alle müssen über den Tellerrand hinausblicken“, stellt der Fachmann für Dorfentwicklung fest.

Hintergrund

Ziel der Dorfentwicklung sind die zentralen Funktionen in den Ortskernen der ländlich geprägten Kommunen in Hessen. Dabei geht es um die Entwicklung der gesamten Kommune und darum, welche Funktionen die einzelnen Stadtteile dann übernehmen sollen

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