Bad Arolsen

Bürgerbüro in alte Grundschule

- Bad Arolsen (-es-). Nach dem Umzug des Internationalen Suchdienstes aus der alten Grundschule in das ehemalige Kaufhaus Konze will der Bürgermeister das städtische Gebäude neben dem Rathaus in ein Bürgerzentrum umbauen.

Durch die Bündelung städtischer Einrichtungen wie des Gästezentrums und der Bad Arolser Kommunalbetriebe unter dem gleichen Dach wie Meldeamt und Sozialamt sollen zum einen Kosten gespart und Mitarbeiter noch effizienter eingesetzt und zudem mehr Bürgerfreundlichkeit geboten werden. Der Bürgermeister ist überzeugt, dass durch den Auszug aus dem angemieteten Postgebäude am Kirchplatz in das städtische Gebäude neben dem Rathaus zudem langfristig Kosten eingespart werden können. Außerdem könnten auf diese Weise die Büros der Stadtverwaltung endlich die seit Langem geforderte Barrierefreiheit erlangen. Im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung wurden die vom Büro Schütt entwickelten Pläne erstmals öffentlich vorgestellt. Sie sehen vor, den Haupteingang des ehemaligen Schulgebäudes zum Platz vor dem Bürgerhaus hin zu verlagern. Hier soll für rund 170 000 Euro ein Aufzug entstehen, mit dem das Gebäude barrierefrei zugänglich gemacht werden soll. Auf drei Ebenen könnte so genügend Platz für Büros erschlossen werden. Der Vorteil für die Bürger: Ohne großen Aufwand ließe sich eine Samstagsöffnung der Stadtverwaltung ermöglichen. So hätten nicht nur Touristen einen kompetenten Ansprechpartner im Gästezentrum, sondern auch Bürger könnten samstags ihre Behördengänge erledigen. Aus Sicht des Bürgermeisters „eine Investition, die sich rechnet“: Die von ihm vorgelegte Kalkulation geht von jährlichen Einsparungen von 21 000 Euro aus. Außerdem könne die Stelle am Empfang des Rathauses eingespart werden, was mit 25 000 Euro zu Buche schlage. Das Bürgerbüro mit Einrichtung, die barrierefreie Erschließung, der Innenausbau sowie die energetische Sanierung des Gebäudes sind mit 1,05 Millionen Euro veranschlagt. Die Finanzierung fußt auf drei Säulen, dem laufenden Konjunkturpaket, Mitteln der Stadtsanierung, die immer noch nicht komplett abgeschlossen ist, und schließlich dem sogenannten „Investitionspakt II“, der aber noch in den Sternen steht. Van der Horst gegenüber der WLZ: „Wenn der Investitionspakt II nicht kommt, verzichten wir auf die energetische Ertüchtigung des Gebäudes. Dann rechnet sich das Konzept trotzdem.“ Der städtische Eigenanteil von 290 000 Euro führt zu einer jährlichen Haushaltsbelastung von 14 000 Euro. Dieser Aufwand werde durch die Einsparungen bei Miet- und Personalkosten mehr als aufgefangen, sodass der Bürgermeister von einer „rentierlichen Investition“ spricht. Und was geschieht mit dem jetzigen Gästezentrum am Kirchplatz, dem ehemaligen Postamt? – Für Teilflächen im Obergeschoss interessiert sich das Bathildisheim. Für die restlichen Flächen werden sich bestimmt auch bald andere Mieter finden, hofft der Bürgermeister.Das Postgebäude und der benachbarte Neubau sind vor neun Jahren auf Bitten des damaligen Bürgermeisters Gerhard Schaller von der Immobilienfirma „Bau und Boden“ angekauft, neu- beziehungsweise umgebaut worden, um Büroflächen für die Stadt und das Staatsbauamt zu schaffen. Das Hessische Baumanagement hat seinen Flächenbedarf inzwischen deutlich reduziert, nun will die Stadt ausziehen.

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