Bürgermeister und Landrat informieren Eltern der Nicolai-Schule über die Situation

Größt mögliche Offenheit

+
Bürgermeister und Landrat informieren Eltern der Nicolai-Schule über die Situation.

„Das ist die größte Herausforderung meiner Amtszeit“, bekannte Landrat Dr. Reinhard Kubat gestern vor rund 100 Eltern der Nicolai-Schule, denen er gemeinsam mit dem Bürgermeister erklären musste, warum der Schulhof ihrer Kinder neuerdings mit einem Zaun und Sichtschutz von der Schulturnhalle getrennt ist.

„Das ist auch die größte gesellschaftliche Herausforderung seit dem zweiten Weltkrieg“, fügte Kubat hinzu: „Das wird unsere Welt nachhaltig verändern.“ Der Landrat unterstrich zugleich, dass es eine moralische Verpflichtung sei, den Menschen aus den Bürgerkriegsländern Syrien und Irak zu helfen. Unter den in Mengeringhausen gerade erst angekommenen Flüchtlingen seien allein 20 Kinder, viele davon unbegleitet, weil ihre Eltern getötet wurde. Kubat: „Wir werden sie in unsere Obhut nehmen.“ Und an die 100 ratlosen Eltern gerichtet: „Sie werden sehen, dass man vor diesen Menschen keine Angst haben muss. Wir müssen ihnen die Hand reichen, lächeln und das Herz öffnen.“ In der Türkei und in Ungarn gebe es noch viele tausend weitere Hilfesuchende: „Sie klopfen an unsere Türe. Wir müssen alles tun, um eine gute Willkommenskultur zu gewährleisten.“ Gemeinsam mit Bürgermeister Jürgen van der Horst schilderte der Landrat auch, wie es zu der nacht- und Nebelaktion in den drei Mengeringhäuser Hallen gekommen sei. All das sei auf Anordnung des Innenministeriums geschehen. Anders als am Flughafen Calden würden nach Mengeringhausen definitiv keine Balkanflüchtlinge kommen, die mit einer Abschiebung rechnen müssten. Deshalb sei die Lage hier viel entspannter und werde es auch bleiben. Der Sportunterricht für die Mengeringhäuser Kinder wird künftig in anderen hallen, etwa in Massenhausen stattfinden. Auch für den Vereinssport wurde von den Bad Arolser Vereinen bereits eine solidarisch Lösung vereinbart.

Kommentare