Tausende flanieren am Barocksonntag in Bad Arolsen über die Festmeile

Bunt, beritten, barock

Bad Arolsen - Selten dürfte der Barock als so vielseitig empfunden worden sein, wie gestern in Bad Arolsen. Von der Kunst bis zum Porsche, vom Hiphop bis zur Reiterstaffel:Ein buntes Programm erwartete Tausende Besucher beim Barocksonntag in der Residenzstadt.

Das Geräusch von Hufschlägen auf Kopfsteinpflaster mischt sich mit sonoren Motorengeräuschen. Glänzendes, wertvolles Blech begegnet weichem Fell: In Bad Arolsen ist Barocksonntag. Und der fährt bereits traditionell mit einem vielseitigen Programm auf – sehr zur Freude von Tausenden Besuchern. Im Schlosshof treffen sich bereits am Morgen Porschefahrer aus ganz Deutschland. Und schnell befinden sich die Fahrer in Expertendiskussionen, über Motoren gebeugt und den Geräuschen der Luxus-Karossen lauschend. „Das ist einer der letzten 20 dieser Serie“, sagt Robert Ernst und streicht liebevoll über sein 356 SC Cabriolet. Ein Schmuckstück, das erkennen auch Laien. Manch ein Porsche findet im Laufe des Nachmittags noch den Weg in den Schlosshof, andere brechen bereits auf. Und dabei treffen sie dann auch auf schmucke Damen im Sattel. Im Barock-Gewand und hoch zu Ross passieren sie die Festmeile und freuen sich über die Begeisterung der Besucher. Viele sind gekommen – um in den Straßencafés die Sonnenstrahlen zu genießen, auf dem Flohmarkt in der Kaulbachstraße ein Schnäppchen zu machen oder sich überraschen zu lassen. Von Musik, die aus Hinterhöfen über die Straße klingt, die an diesem Sonntag zur langen Fußgängerzone wird. Oder von Künstlern, die nicht nur auf Holz, Papier oder Stoff ihre Zeichen hinterlassen, sondern wie Body-Künstlerin Carmen Best, auch auf Körpern. Es ist ein vielseitiger Querschnitt durch die Künstlerszene, die sich den Besuchern hier präsentiert. Und zuweilen sind sie live dabei, wenn Kunstwerke entstehen. Hier werden junge Besucher auch selbst zu Künstlern: Auf dem Kirchplatz sind Kinder eingeladen, mit Sand und Klebefolien zu experimentieren und so kleine Kunstwerke zu schaffen. Ohnehin scheint der Kirchplatz schnell zum Dreh- und Angelpunkt zu werden. Hier stärken sich Besucher bei Waffeln, Brezeln und Bowle – während auf der Bühne erst holländische Blasmusiker und später tanzende Jugendliche für Schwung sorgen. Und von hier geht es dann auch weiter auf den zweiten Teil der Festmeile, wo sich Einzelhändler Überraschungen für ihre Kunden ausgedacht haben und zum Verweilen und Einkaufen einladen. Ähnliches gilt für die Autohändler, die am Ende der Bahnhofsstraße ihre Zelte aufgeschlagen haben und zum Probesitzen aufrufen. Am Ende des Tages sind die Beine müde, die Taschen voll und die Erinnerungen schön. Barock eben.Mehr zu den letzten Konzerten der 30. Barock-Festspiele lesen Sie auf der folgenden Seite und in unserer Dienstagsausgabe.

Von Theresa Demski

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