Bad Arolsen

28 CRS-Schüler vorm Weißen Haus gestrandet

- Bad Arolsen (-es-). Diesen Schüleraustausch werden die CRS-Schüler wohl nie vergessen: Nach San Francisco, New York, Besuch in Gastfamilien in Wisconsin sind sie nun gestrandet in Washington. Und das Beste: Ende offen.

Der in Amerika erfahrene Reiseleiter Bernd Radeck berichtete gestern im Telefongespräch, dass er von seiner Fluggesellschaft United eine Zusage erhalten habe, mit seiner Schülergruppe spätestens am Sonntag einen Rückflug nach Frankfurt zu bekommen. Doch was bedeutet eine solche Zusage, wenn kein Vulkanologe vorhersagen kann, ob und wann der große Bruder vom isländischen Gletscher-Vulkan Eyjafjalla ausbricht? Um die Kosten für die Schüler so gering wie möglich zu halten, ist Radeck mit der Gruppe in einem günstigen Hotel der Kette „Days Inn“ abgestiegen. „Da kommen wohl 25 Euro pro Kopf und Nacht auf uns zu“, rechnet Radeck vor. Hinzu kommen die zusätzlichen Verpflegungkosten. „Sollte der Aufenthalt hier noch länger nötig sein, werden wir United wohl bitten, uns wieder nach Wisconsin zu fliegen, damit die Schüler wieder kostenlos in ihren Gastfamilien unterkommen können“, plant der inzwischen pensionierte, langjährige Konrektor der Christian-Rauch-Schule. Die Fluggesellschaft United jedenfalls habe jede Frage nach einer Kostenübernahme mit dem Hinweis auf „mother nature“, Mutter Natur, abgelehnt. Höhere Gewalt heißt das im Juristendeutsch. Derweil sind die Schüler aus Bad Arolsen und ihre beiden Begleitpersonen guter Dinge. – Außer Radeck ist auch der ehemalige CRS-Lehrer Rudi Zimmermann für drei Wochen über Ostern in die USA geflogen. Nun werden es bald vier Wochen Aufenthalt werden. Und es besteht wie erwähnt die Chance auf eine weitere Verlängerung. In Washington gibt es schließlich viel zu sehen: Die Smithsonian-Stiftung unterhält hier viele Museen, die bei freiem Eintritt besichtigt werden können. Am beeindruckendsten ist wohl das Luft- und Raumfahrtmuseum. Es gibt die großen Denkmäler für die früheren Präsidenten Lincoln, Jefferson und 
Washington. Man muss das Vietnam-Denkmal gesehen haben, das Weiße Haus, Kennedys Grab in Arlington, Washingtons Villa in Mount Vernon und das Holocaust-Museum mit vielen neuen Dokumenten vom Bad Arolser Suchdienst. – Aber irgendwann sind das Touristenprogramm abgehakt und das Portemonnaie leer. „Wir hatten bisher nur einen kleinen Durchhänger“, berichtet Radeck am Telefon. Die von den vielen Eindrücken aus New York erschöpfte Gruppe habe sich schon sehr auf den Rückflug gefreut, als er den Schülern habe eröffnen müssen, dass sie noch eine ganze Woche auf den Rückflug würden warten müssen. – Doch die zusätzliche Woche sei gut zu überbrücken. Schwierig werde es erst, wenn noch eine Woche dazukomme. Dann, wie erwähnt, wieder in den Gastfamilien in Wisconsin. – Aber vielleicht hört der Vulkan ja schon vorher auf zu spucken.

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