Danken trotz aller Sorgen Landesbischof Dr. Martin Hein erinnerte an den tieferen Sinn des Erntedankfestes

Danken trotz aller Sorgen

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Die Mädchen der Landjugend Adorf trugen zum Landeserntedankfest die Erntekrone in die Bad Arolser Stadtkirche. Rechts im Bild: Die Witzenhäuser Kirschblütenkönigin.

Bad Arolsen. Feuchte Böden im Frühjahr, Pilzbefall, Trockenheit im Herbst und am Ende sinkende Ernteerträge. - Haben Hessens Landwirte da noch einen Grund zu danken?

Mit dieser Frage beschäftigte sich Landesbischof Dr. Martin Hein gestern beim Landeserntedankfest in der Bad Arolser Stadtkirche. Für manchen Milchbauern habe sich im Laufe des vergangenen Jahres angesichts nicht mehr kostendeckender Milchpreise die Frage gestellt: „Lohnt sich das alles überhaupt noch?“

haus machte Karsten Schmal als Präsident des hessischen Bauernverbands deutlich, dass die Landwirte durchaus in der Lage seien, mit den Unbilden des Wetters umzugehen. Was jedoch richtig wehtue, das sei die nicht enden wollende Kritik an der Arbeit der Landwirte.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks tue sich dabei besonders hervor, wenn sie von einer Abgabe auf Pflanzenschutzmittel und der Einführung einer Stickstoffsteuer rede. Auch die Landwirte seien bereit gegenzusteuern, wenn Grenzwerte überschritten werden. Das gelte auch für tatsächliche Missstände in der Tierhaltung.

 Allerdings dürften unschöne Ausnahmen keinesfalls verallgemeinert werden. Handel, Politik und Verbraucher forderten von den Landwirten immer höhe Standards. Es könne nicht sein, dass die Kosten allein den Bauern aufgebürdet würden. Sonst leide die Wettbewerbsfähigkeit.

In der Folge werde die Produktion ins Ausland verlagert, wo die Tier-, Verbraucherschutz- und Umweltansprüche niedriger seien als hierzulande. Den Verbrauchern werde damit ein Bärendienst erwiesen.

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