Zeitzeuge Thomas Buergenthal redet über Internationalen Suchdienst

Denkmal für Opfer des NS-Regimes

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Thomas Buergenthal im Suchdienst-Archiv mit Dokumenten aus der NS-Zeit über seine Familie.

Bad Arolsen - Als riesiges und einzigartiges Denkmal für die Opfer des Naziterrors und als heiliger Platz für die Menschen, die sonst keinen Ort des Gedenkens für ihre ermordeten Angehörigen hätten, bezeichnete Thomas Buergenthal das Archiv des Internationalen Suchdienstes bem Festakt zum Abschied des IKRK.

Der Professor für internationales Recht und Menschenrechte aus Washington D. C. und langjähriger Richter am Internationalen Gerichtshof in Den Haag, hat das selbst gespürt: Er hat als Sohn jüdischer Eltern Angehörige verloren. Und nur durch Glück und ihm wohlgesonnene Menschen in Lagern selbst überlebt. Durch hartnäckige Recherchen seiner Mutter ist er nach dem Krieg wieder mit ihr zusammengeführt worden. Der Vater war 1945 Opfer des Nazi-Regimes geworden.

Das Schicksal des Ehepaars Gerda und Mundek (Eduard) Bürgenthal und des Sohnes Tomas, der seinen Namen später änderte, wird beim ITS durch einen außergewöhnlichen Aktenbestand dokumentiert. Dabei ist sich der Amerikaner der widersprüchlichen Situation bewusst: Die „Buchhaltung“ der Nazis in den Lagern, bei der Verfolgung und Ermordung nach dem Motto „Ordnung muss sein“ komme nun der Suchdienstarbeit zugute.

Die Dokumente müssten erhalten werden, um die Opfer zu würdigen, ihnen einen Namen zu geben und ihre Schicksale zu schildern. Letztlich gehe es darum sicherzustellen, dass sich dieser Tel der Geschichte nicht wiederholt. Bei der Forschung müsse auch der Frage nachgegangen werden, warum einige „den moralischen Kompass verloren haben und andere nicht.“

„Wir werden nie, nie, nie vergessen!“, hatte ihm zuvor Ingeborg Berggreen-Merkel, Stellvertreterin des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, zugerufen. (ah)

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