Bericht des Wasserverbandes über Zustand der Gewässer

Diemel und Zuflüsse renaturieren

Diemelstadt - Die Umsetzung der 
Wasserrahmenrichtlinie im Bereich der Diemelstadt sowie der Hochwasser- und Naturschutz im Bereich der Diemel waren Thema bei der jüngsten Sitzung des Stadtparlamentes. Über 
die Details berichtete die Geschäftsführerin des Hessischen Wasserverbands Diemel, Nicole Lipphardt,

Der „Hörler Bach“ weist nach den Wasserrahmenrichtlinien (WRRL) in hohem Maße strukturelle Defizite auf. Die Renaturierung hat daher oberste Priorität und soll aufgrund der derzeit noch guten Landesförderung umgehend erfolgen. Die Uferrandstreifen sollten, wenn möglich, als Renaturierungsflächen in das Eigentum der Stadt Diemelstadt gelan-
gen. Dies soll im Rahmen eines vereinfachten Flurbereinigungsverfahrens erfolgen. Das Amt für Bodenmanagement wurde bereits durch den Hessischen Wasserverband Diemel informiert. Anhand von Luftbildern und Zeichnungen belegte die Ex-pertin, dass der „Hörler Bach“ 
in Teilbereichen „biologisch 
tot“ sei und dass viel zu unternehmen sei. Nicole Lipphardt stellte im Stadtparlament grafisch dar, dass viele Flüsse und Bäche 
in den 1960er Jahren begradigt wurden, weil ein erhöhter Nahrungsbedarf bestand. Im Wandel der Zeit sind nun wieder die schlangenlinienförmigen Bachverläufe gewünscht, und dafür wird auch beim begradigten „Hörler Bach“ eine entsprechende Fläche von 10 bis 20 Metern am Uferrand benötigt. Dazu plant der Bürgermeister Beratungen und Diskussionen in den Ortsbeiräten Ammenhausen und Dehausen. An der Orpe im Bereich des Autobahnwehres in der Ge-markung Wrexen ist eine Fischaufstiegstreppe geplant. Die 
 Details erläuterte die Geschäftsführerin des Hessischen Wasserverbandes Diemel. Die Kosten für die Fischaufstiegstreppe werden auf 200 000 Euro geschätzt. Sie gehen nicht zu Lasten des städtischen Haushalts. Ein weiterer naturschütze-
rische Eingriff ist an der Orpe der Kampf gegen den Riesen-Bärenklau. Die auch Herkules-staude genannte Pflanze bildet photosensibilisierende Substanzen, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirken. Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können 
bei Menschen und auch bei 
Säugetieren zu schmerzhaften Quaddeln und blasenbilden-den, schwer heilenden „Ver-brennungserscheinungen“ (Photodermatitis) führen. Die aus Osteuropa eingeschleppte Pflanze wurde verstärkt an Uferrändern der Orpe vorgefunden. Die Geschäfts-führerin des Hessischen Wasserverbandes Diemel berichtete, dass neben der aufwendigen 
Beseitigung der Pflanze auch 
die Möglichkeit bestehe, den Uferrand mit Schafen, Ziegen und schottischen Hochland-
 rindern zu beweiden, weil die-
se Tiere sich gern von dieser Pflanzenart ernähren.Schließlich informierte Bürgermeister Elmar Schröder das Stadtparlament, dass die Diemeldammkrone beginnend im Bereich der Firma Smurfit-
Kappa bis zur „Gartenstraße“ nivelliert werden müsse, weil ansonsten Hochwassergefahr für Wrexen bestehe. Weiterhin müsse der Wasserstand regu-liert werden, weil ansonsten 
die Gefahr bestehe, dass die 
Gräben zulaufen. Deshalb seien für die Autobahnwehranlage Sonden und eine Steuerung 
vorgesehen. Über die Kosten ist mit den beiden zuständigen Wasserverbänden eine Vereinbarung zu treffen.

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