Diemelstadt

Diemelstädter Kommunalpolitiker fühlen sich von Bad Arolsen hintergangen

- Diemelstadt (-es-). Der Streit um die Schulbezirksgrenzen zwischen Diemelstadt und Bad Arolsen ist noch lange nicht beigelegt. Die Diemelstädter fühlen sich von Bad Arolsen hinters Licht geführt und drohen mit Ausstieg aus der interkommunalen Zusammenarbeit.

Verärgert ist zunächst einmal Bürgermeister Rolf Emde, weil er in der Samstagszeitung lesen musste, dass sein Bad Arolser Amtskollege Jürgen van der Horst im Haupt- und Finanzausschuss erklärt hat, er habe den Diemelstädter Rathauschef mit Informationen und Dokumenten versorgt. Emde: „Richtig ist, dass ich 15 Minuten vor Beginn eines Treffen der Nordwaldecker Gemeinde von Herrn van der Horst zur Seite gebeten wurde. Dabei hat er mir eine DIN A 4-Seite mit den prognostizierten Schülerzahlen für die Grundschule Wrexen mit und ohne Kohlgrunder Kindern gezeigt und gesagt, die zwei bis drei Kinder seien für den Bestand der Schule unbeachtlich. Das war alles.“ Er, Emde, habe gleich gesagt, dass er sich für die Interessen seiner Stadt einsetzen werde. Gleich am nächsten Tag habe er mit beiden Schulleiterinnen in Rhoden und Wrexen gesprochen und sich vom zuständigen Sachbearbeiter im Kreishaus informieren lassen. Emde weiter: „Dann lese ich am Samstag in der Zeitung, dass der Kreis angeblich die Arolser Wunschlösung schon in seine Pläne eingearbeitet hat. – Diese Geheimdiplomatie finde ich nicht gut. Außerdem muss ich entschieden von mir weisen, dass ich irgendetwas verschlafen hätte. Es hat keine Dokumente seitens der Stadt Bad Arolsen und keine Zustimmung unsererseits gegeben.“ Gleich am Montagmorgen will Emde die ganze Sache noch einmal mit seinem Amtskollegen im Rhoder Rathaus erörtern. Eigentlich sollte es bei dem Gespräch um den gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk gehen. Doch beim derzeitigen Stand der Dinge ist das Ergebnis dieser Verhandlungen völlig offen.Bei einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch am Samstagnachmittag betonten Markus Budde (SPD), Malte Gerke (FWG) und Rainer Runte (CDU), dass ihre Fraktionen nicht nur eine gemeinsame Resolution an den Kreistag vorbereite, sondern auch über eine andere Gangart bei der interkommunalen Zusammenarbeit nachdächten.

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