Städtisches Personalkonzept als Richtschnur für Bad Arolser Kommunalpolitik

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Bad Arolsen - Pünktlich zum Ende seiner ersten Amtszeit legt Bürgermeister Jürgen van der Horst das von ihm versprochene Personalkonzept für die Stadtverwaltung vor. Das 190 Seiten starke Papier ist zugleich eine Richtschnur für seine zweite Amtszeit.

Seit mehr als einem Jahrzehnt wird in der Arolser Kommunalpolitik übers rechte Maß beim Sparen gerungen und immer wieder ging es dabei auch um die Personalkosten, die naturgemäß den dicksten Batzen im städtischen Haushalt ausmachen.

Im Eifer des Gefechts wurden auch schon pauschale Einsparungen von zehn Prozent gefordert. Dabei war eigentlich allen Beteiligten klar, dass Personalpolitik nach der Rasenmähermethode gar nichts bringt.

Deshalb hat sich Bürgermeister Jürgen van der Horst schon bei seinem ersten Wahlkampf vor sechs Jahren vorgenommen, ein schlüssiges Personalkonzept zu erarbeiten. Der erste Schritt in diese Richtung war 2011 die Vorlage einer umfassenden Stellenbeschreibung für alle Aufgaben im Rathaus. Bis ins Details wurden die Anforderungen an die städtischen Mitarbeiter beschrieben, Soll und Ist verglichen und der Versuch einer Prognose gemacht. Es folgte eine kritische Betrachtung aller derzeit von der Stadt wahrgenommenen Aufgaben.

Abgerundet wird das jetzt vollendete und mit dem Personalrat abgestimmte Personalkonzept durch ein Personalentwicklungskonzept, aus dem unter anderem abzulesen ist, welche Mitarbeiter altersbedingt in den kommenden Jahren ausscheiden und wer deren Aufgaben übernehmen könnte.

„Ziel aller Personalplanung ist es, die Verwaltung stets handlungsfähig zu erhalten“, macht Gordon Kalhöfer, stellvertretender Leiter der Abteilung Zentrale Dienste, deutlich.

Künftigen Führungskräften muss schon frühzeitig eine Perspektive aufgezeigt und ein angemessenes Fortbildungsangebot unterbreitet werden.

Doch die vorausschauende Personalpolitik beginnt schon bei der Ausbildung: Derzeit bildet die Stadtverwaltung Bad Arolsen zehn junge Leute in den Bereichen Verwaltung, Abwassertechnik, EDV und Bäderbetrieb aus. Ziel ist es, möglichst viele gut ausgebildete Kräfte im Rathaus zu behalten. Aus Sicht von Bürgermeister Jürgen van der Horst ist das jetzt vorgelegte Personalkonzept kein abgeschlossenes Projekt. Das Papier müsse vielmehr ständig weiterentwickelt und an die tatsächlichen Bedürfnisse angepasst werden.

Die jüngsten Anpassungen gab es im Bereich des Standesamtes, wo nach Schließung der Geburtshilfestation im Arolser Krankenhaus eine Kooperation mit der Nachbarstadt Volkmarsen vereinbart wurde.

Im Gegenzug übernimmt Bad Arolsen Aufgaben seiner Nachbarkommunen beim Ordnungsbehördenbezirk. Weitere Kooperationen sind möglich und haben automatisch Auswirkungen auf das Personalkonzept.

Veränderungen im städtischen Stellenplan hat es auch schon in der Vergangenheit gegeben, diese wurden aber selten transparent dargestellt. So sind in den vergangenen 16 Jahren im „Konzern Stadt“ 35,31 Planstellen weggefallen, 25,95 Stellen sind neu hinzugekommen.

Aktuell sind im Rathaus, bei den Stadtwerken, den Kommunalbetrieben, im Freizeitbad „Arobella“ und im Bereich Nahwärme 170 Mitarbeiter auf 120 Vollzeitstellen beschäftigt.

Wenn bei künftigen Diskussionen im Stadtparlament neue Aufgaben gefordert oder alte Arbeitsfelder zur Disposition gestellt werden sollen, dann hilft ein Blick ins Personalkonzept, um die Auswirkungen bis ins Details abzulesen.

Als Verfechter des neuen Steuerungsmodells (New Public Management) beschreibt Bürgermeister Jürgen van der Horst die Zusammenhänge so: „Die Politik bestellt die Aufgaben, die die Verwaltung erledigen soll. Die Verwaltung liefert die Zahlen für die Entscheidung und setzt am Ende die Entscheidung der Politik um.“

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