Pfarrerin Marianne Maltzahn wird am Sonntag in Schmillinghausen verabschiedet

Mit dem Dorf eng verbunden

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Pfarrerin Marianne Maltzahn wird am Sonntag in der Schmillinghäuser Kirche aus dem Dienst verabschiedet. Fotos:

Bad Arolsen-Schmillinghausen - Für die aus Kassel stammende Geistliche ist es die letzte Amtshandlung, bevor sie in die Beurlaubung bis zum eigentlichen Ruhestand geht. Ihre Nachfolgerin, Anne-Rieke Palmié, war bereits Mitte November in Külte als neue Pfarrerin des neu formierten Kirchspiels Külte-Schmillinghausen vorgestellt worden.

Marianne Maltzahn hat aus persönlichen Gründen um die Beurlaubung für die nächsten sechs Jahre gebeten. Möglich ist dies aufgrund des neuen Dienstrechts für Pfarrer. Widerstrebend haben Landeskirche und Kirchenkreis dem stattgegeben. „Ich habe gerne gearbeitet, dabei aber auch meine Familie in den Hintergrund treten lassen müssen“, sagt die Mutter von zwei Töchtern, von denen eine ein bereits sechsjähriges Kind hat. Der Familie, dem Enkelkind und nicht zuletzt ihrem Lebensgefährten möchte sie mehr Zeit widmen können, als es ihr bisher möglich war.

Kindergarten

Dennoch juckt es ihr in den Fingern, wenn sie an einige noch offene Fragen denkt: Gerne hätte sie die Erweiterung des Kindergartens für Kinder unter drei Jahren quasi in trockenen Tüchern gesehen. Zudem bleibt ihrer Nachfolgerin nach der von Protesten begleiteten Neuordnung der Kirchspiele Külte und Schmillinghausen noch viel zu tun.

Offene Fragen

Neben dem Zusammenwachsen der Gemeinden geht es auch um die Frage, wer für die im September anstehenden Kirchenvorstandswahlen antreten möchte. Die Erweiterung des Kindergartens sieht sie aber aufgrund der bisher gezeigten und für die Zukunft zugesagten Spendenfreudigkeit und aufgrund des großen Engagements des Bad Arolser Bürgermeisters Jürgen van der Horst nach den bisherigen Turbulenzen in guten Händen, wie sie im Gespräch mit der WLZ erklärt.

Nach dem Studium in Bethel und Bonn hatte sie ihre erste Pfarrstelle in Heringen, danach war sie in Baunatal Seelsorgerin, bis sie 1991 nach Bad Arolsen die dritte Pfarrstelle übernahm, die zuvor noch mit der Militärseelsorge verknüpft war. Zwölf Jahre war sie dort eingesetzt, bis sie im November 2003 neue Pfarrerin in Schmillinghausen wurde.

Mit Dorf verbunden

Dort hat sich Marianne Maltzahn so gut eingelebt, dass sie nicht nur im Frauenchor fleißig singt, sondern auch beim jüngsten Freischießen hoch zu Ross als Kapitänin beim Frauenfestzug mitmischte. „Ich kann ja nicht nur erwarten, dass die Menschen zu mir in die Kirche kommen, sondern muss zu ihnen gehen“, sagt sie.

Große Projekte

Die bis vor zwei Jahren auf einer Dreiviertelstelle in Schmillinghausen eingesetzte Pfarrerin hat ein Dreivierteljahr die Pfarrerin in Rhoden in der Mutterschutzphase und der Elternzeit vertreten. Zwei Jahre gab sie den Konfirmandenunterricht in Külte. Zudem übernahm sie vertretungsweise in Landau die Beerdigungen, zudem vertrat Marianne Maltzahn fünf Monate lang die Ende 2011 in den Ruhestand verabschiedete Dekanin.

In ihre Dienstzeit fielen große Baumaßnahmen, so wurde zwischen 2004 und 2011 die Herbser Kirche zum Teil mit Zuschüssen aus dem Dorferneuerungsprogramm von Grund auf saniert. Rechtzeitig zur 700-Jahr-Feier des Kirchspiels Schmillinghausen wurden Turm und Portal der Kirche saniert und verschönert. Das Kirchspiel ist auch mit dem Gedenken der Pastorentochter und international berühmten Schriftstellerin Christine Brückner verbunden, die neben ihrem Mann Otto-Heinrich Kühner in Schmillinghausen bestattet wurde. Nicht zuletzt ist die Mühle bei Schmillinghausen, in der der Kirchengründer auf Ostjava, Johannes Emde, geboren wurde, Ziel von Delegationen aus der Partnerkirche auf der indonesischen Insel.

Marianne Maltzahn wird auch nach der Verabschiedung in Schmillinghausen wohnen bleiben, wenn auch schon Reisen mit dem Wohnmobil geplant sind. Am Sonntag wird um 14 Uhr der Gottesdienst beginnen, den die Nolte-Chöre musikalisch umrahmen. Im Anschluss ist ein gemütliches Beisammensein mit Ansprachen bei Kaffee und gespendeten Kuchen geplant: Mit den Spenden an dem Nachmittag können die Gäste dazu beitragen, dass der Wunsch erfüllbar wird, den Kindergarten für unter Dreijährige auszubauen.

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