Bad Arolsen

Drahtzieher warten auf Energiewende

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- Bad Arolsen (-es-). Steigende Strompreise wegen der erhöhten Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen sowie fehlende Entscheidungen der Politik in Sachen Trassenbau quer durch die Republik dämpfen den Optimismus beim Bad Arolser Drahthersteller Essex.

„Wir steuern durch schweres Wetter“, kommentiert Essex-Geschäftsführer Willy Schaumburg: „Wir warten auf die angekündigte Energiewende. Wenn der Bau der dazu notwendigen Leitungstrassen in dem Tempo wie jetzt weiter geht, dann sind wir in 100 Jahren noch nicht fertig.“

Die Bad Arolser Experten für lackisolierte Flachdrähte und Drillleiter würden gerne die für die neuen Stromleitungen benötigten Trafos ausrüsten, doch noch liegen alle Investitionen auf Eis, weil die hierfür politischen Entscheidungen nicht oder nur halbherzig getroffen wurden. Derweil liegen bei Essex Produktionskapazitäten für Flachdrähte brach, während die Produktion für Runddrähte, die in Motoren oder Pumpen verbaut werden, so gut läuft, dass sogar Aufträge an andere Werke abgegeben werden müssen.

Langfristig aber drücken am meisten die Sorgen wegen der steigenden Energiekosten in Deutschland. Während Essex im Jahr 2008 für seinen Jahresstromverbrauch von 73 Megawattstunden rund sechs Millionen Euro aufbringen musste, werden es 2011 rund 9,4 Millionen Euro sein.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, vom 26. November.

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