Hochschultage eröffnet mit Vortrag über Mikrobiologie

Dreck stärkt Abwehrkräfte

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Mit seinem Vortrag zur Welt voller Mikroben eröffnete Prof. Dr. Ulrich Steinhoff (Mitte) von der Uni Marburg die 33. Bad Arolser Hochschultage des Volksbildungsrings. Rechts im Bild VBR-Vorsitzender Horst Schwarze, links Bürgermeister Jürgen van der Horst.

„Es gibt keinen Bereich auf der Welt, wo Mikroorganismen keine Rolle spielen“, stellte Prof. Dr. Ulrich Steinhoff zur Eröffnung der 33. Bad Arolser Hochschultage fest.

 Für Hygienefanatiker dürften die Ausführungen des Marburger Universitätsprofessors eher abschreckend gewirkt haben. Die rund vierzig Zuhörer im Bürgerhaus profitierten indes vom Fachwissen Steinhoffs, ließen sich von neuen Erkenntnissen überraschen und nutzten anschließend die Chance, mit dem Fachmann ins Gespräch zu kommen. Ganz so, wie es der Volksbindungsring seit über dreißig Jahren mit den Hochschultagen bezwecken will. Welt voll Mikroben Lebhaft, humorvoll und in nicht nur für Naturwissenschaftler verständlichen Worten gestaltete Prof. Steinhoff vom Institut für medizinische Mikrobiologie seinen Eröffnungsvortrag „Eine Welt voller Mikroben - Notwendigkeit und Gefahr“. Als Hauptbotschaft des Abends blieb sicherlich Steinhoffs Credo „Dreck ist gut“ bei den Besuchern haften. Dies bezog sich vor allem auf die ersten Lebensjahre von Kindern, für die der Experte durchaus den Besuch im Kuhstall und das Buddeln im Dreck zur Bildung einer gesunden Immunabwehr empfahl. Fehlten mikrobielle Stimuli, steige laut einer europäischen Studie das Risiko der Allergieentstehung, erklärte Steinhoff. Der Preis übermäßiger Hygiene zeige sich im Anstieg von Asthma, Allergien, chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen. (sim)

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