Auf Gebiet der Stadt Bad Arolsen könnten mehrere neue Windparks entstehen

Drei Waldflächen im Visier

Zwischen Landau und Wolfhagen wird aktuell diese Windvorrangfläche für private und städtische Anlagen untersucht.

Bad Arolsen - Die flächendeckende Planung der künftigen Windkraft-Standorte wird konkreter. Da nun der Regionalplan Nordhessen vor der Offenlegung steht, wird die Stadt Bad Arolsen die begonnene Änderung des Flächennutzungsplanes im Bereich Landau nicht weiter fortsetzen.

Windkraftanlagen im Wald - das war vor Jahren noch undenkbar. Bei Anlagenhöhen um die 70 Meter war die Gefahr zu groß, dass die Flügel und die von ihnen verursachten Luftverwirbelungen dem Wald und der Stromausbeute geschadet hätten.

Moderne Anlagen aber ragen dreimal so hoch in den Himmel, so dass Windparks in Waldstandorten heute als praktikable und profitable Alternative zu den Anlagen auf freien Ackerflächen gelten.

Drei neue Windparks

In Mengeringhausen sorgen die im dortigen Stadtwald geplanten Windkraftanlagen mit 140 Metern Nabenhöhe und rund 200 Metern Gesamthöhe seit drei Jahren für Unruhe in der Bevölkerung. Die inzwischen geänderte Rechtslage wird wohl am Ende dazu führen, dass der Windpark dort gebaut werden kann, wenn auch nicht mit den ursprünglich geplanten 15 Anlagen, sondern vielleicht nur mit zehn Windmühlen.

Vor wenigen Tagen informierte die Fürstliche Hauptverwaltung darüber, dass Fürst Wal-deck ebenfalls bis zu 20 Windkraftanlagen auf einer rund 1000 Hektar großen Fläche Privatwald zwischen Helsen, Massenhausen und Rhoden plant.

Im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung wurden am Dienstag die aktu-ellen Pläne für den Stadtwald im Bereich Landau konkretisiert. Wie bereits bekannt, haben sich in Landau rund 70 Grundbesitzer und Investoren zusammengeschlossen, um auf ihren Poolflächen einen Windpark von der Firma Abo-Wind planen und errichten zu lassen. Der Betrieb soll über den Maschinenring Waldeck-Frankenberg abgewickelt werden, sodass ein Großteil der Wertschöpfung der Stadt und der Region zugute kommen soll.

Einnahmen für Stadtkasse

Ein aktuelles Windgutachten sieht auch gute Ertragsmöglichkeiten für einen Windpark im angrenzenden Stadtwald von Landau, so dass der Magistrat die Stadtverordneten-versammlung nun um ein Mandat für Verhandlungen mit der Firma Abo-Wind gebeten hat, mit dem Ziel, die planungsrechtlich möglichen Anlagen zu realisieren. Schließlich sollen in Zeiten der finanziellen Rettungsschirme alle Einnahmemöglichkeiten für die Stadtkasse ausgeschöpft werden.

Im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung berichtete eine Planerin von Abo-Wind, dass unter Einhaltung aller gesetzlichen Abstandsvorschriften, 600 Meter bis zu Gebäuden im Außenbereich und 1000 Meter bis zu geschlossenen Ortslagen, vier Windkraftanlagen im Windpark von Landau machbar seien.

Auf Zug aufspringen

Naturschutzfachliche Gutachten, die eine komplette Vegetationsperiode abdecken, müssen aber noch abgewartet werden. Sollten dann aber keine Hindernisse entstehen, so wären Baubeginn und Fertigstellung im Jahr 2014 durchaus machbar.

Der CDU-Stadtverordnete Manfred Neubert erklärte im Ausschuss, seine Fraktion werde das Projekt unterstützen, wenn dies auch der Wunsch des Ortsbeirates sei. Offensichtlich habe die Gemeinschaft der 70 Landauer Grundstücksbesitzer nun ein Interesse am Bau der Anlagen. Dann könne die Stadt mit ihren Planungen ja auch auf den fahrenden Zug aufspringen.

Ähnlich äußerte sich SPD-Sprecher Holger Versloot: Offensichtlich sei in Landau ein Sinneswandel festzustellen. Dem wolle sich die SPD nicht entgegenstellen.

Aus Sicht der Bürgerliste ist diese Argumentation jedoch nicht ehrlich. Jörg Engelhard stellte fest: In Mengeringhausen hat sich der Ortsbeirat gegen den Windpark im Stadtwald ausgesprochen, und trotzdem sind SPD und CDU dafür.“ Die Bürgerliste jedenfalls bleibe ihrer Linie treu: „Wir haben nichts gegen die private Pool-Lösung, wenn die Landauer das wollen. Der Stadtwald aber bleibt für uns tabu.“

Zum Thema „Windenergiestandorte im Stadtwald Lan-dau“ findet am Mittwoch, 20. März, um 19.30 Uhr im Rathaussaal von Landau eine Bürger-Informationsveranstaltung statt. Der Haupt-und Finanzausschuss berät am heutigen Donnerstag ab 20 Uhr im Sitzungssaal des Arolser Rathauses. Das Stadtparlament entscheidet abschließend am Donnerstag, 21. März, ab 20 Uhr in der Bürgerhalle Helsen über das Thema.

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