In Japan ist die Aufarbeitung der Kriegsschuld tabu

Eigene Geschichte akzeptieren und daraus lernen

Japanische Studenten um Prof. Yoshimi Marishima von der Universität Hiroshima haben Ernst Klein in der Geschichtswerkstatt und am Gedenkplatz vor dem jüdischen Friedhof besucht. Foto: Schulten

Bad Arolsen - Es hat Jahrzehnte gedauert, bis im Nachkriegsdeutschland eine Diskussion über die eigene Verantwortung in Gang kam. In Japan ist das Thema immer noch tabu.

Eine Gruppe von acht japanischen Studierenden der Universität Hiroshima hat gestern die Geschichtswerkstatt des Vereins Rückblende in Volkmarsen besucht. Angeleitet wurde die Gruppe von Prof. Yoshimi Marishima, Professor für Geschichte und Deutsch.

Prof. Marishima, der schon seit Jahren regelmäßig im Sommer einen Aufbaukurs Deutsch in Kassel besucht, nutzt die Gelegenheit immer auch dazu, gemeinsame studentische Projekte auf den Weg zu bringen.

Diesmal ging es um den Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte. Und da ist Volkmarsen mit dem rührigen Verein Rückblende um Vorsitzenden Ernst Klein ein Vorzeigeprojekt dafür wie es gelingen kann, auch mit unangenehmen Details der eigenen Geschichte umzugehen. In Japan hat Kaiser Akihito 70 Jahre nach Kriegsende erstmals „tiefe Reue“ für Japans Mitschuld ausgedrückt. Signalisiert das eine neue Haltung zur eigenen Geschichte?

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