DRK-Bereitschaft möchte Bereitschaft zum Blutspenden in Bad Arolsen fördern

Mit einem halben Liter helfen

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Die DRK-Bereitschaft Naumburg betreut seit einem Jahr in Bad Arolsen die Blutspendetermine. Unser Bild entstand in der Twistesee-Halle Wetterburg, wo die Termine vorläufig noch stattfinden.

Bad Arolsen - Drastisch gesunken sind die Blutspenderzahlen. Daher will das DRK in Bad Arolsen im Oktober eine Werbeaktion veranstalten.

Die DRK-Bereitschaft Naumburg betreut seit einem Jahr in Bad Arolsen die Blutspende-Termine, weil auf örtlicher Ebene personelle Engpässe bestehen. Die Ehrenamtlichen, die zum Kreisverband Kassel-Wolfhagen zählen, haben einen Rückgang um 50 Prozent festgestellt. 70 bis 80 Spender pro Termin seien für eine Großgemeinde wie Bad Arolsen zu wenig. Allein in Naumburg mit seinen 4000 Einwohnern würden immerhin 100 bis 120 Männer und Frauen jeweils zur Ader gelassen.

Dabei ist der Bedarf an Blutkonserven gestiegen. Nach Auskunft des Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen werden in Deutschland täglich 15000 Blutspenden benötigt; in Hessen sind es täglich 1000 und in Baden-Württemberg 2000 Spenden.

An erster Stelle stehen bei den Empfängern Krebs-Patienten, deren Blut durch die Behandlungen ausgetauscht beziehungsweise aufgefrischt werden muss. Zudem müssen Blutverluste nach Unfällen oder bei Operationen ausgeglichen werden.

Die nach der Spende aufgeteilten Bestandteile des lebenswichtigen Saftes halten sich maximal gut zwei Jahre: Die seltener verwendeten Leukozyten (Infektabwehr) nur einen Tag, die bei der Blutgerinnung wichtigen Thrombozyten vier Tage und das Plasma bei Tiefkühlung bis zu zweieinhalb Jahre. Die für den Sauerstoff- und den Kohlendioxid-Haushalt wichtigen roten Blutkörperchen (Erythrozyten) können gut einen Monat lang bei entsprechender Lagerung verwendet werden.

Nachschub

Um den Nachschub an Blutkonserven sicherzustellen, wirbt das DRK um mehr Spender. Diese können zwischen 18 und 70 Jahren ihr Blut spenden, bei der ersten Gabe sollte der Spender nicht älter als 65 Jahre alt sein. Die Spender sollten gesund sein, Herzkrankheiten, Tumore oder Infektionen sollten nicht vorliegen. Auch müssen nach Eingriffen wie etwa Operationen, Piercings oder Magenspiegelungen bestimmte Sperrfristen eingehalten werden.

Spendenwillige sollten vor dem Termin ausreichend, eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit getrunken haben, und die letzte Mahlzeit sollte wegen der Gefahr einer Unterzuckerung nicht länger als zwei bis drei Stunden zurückliegen.

Die Spender melden sich an, legen zur Registrierung für die erste Spende ihren Ausweis vor und später den Blutspendeausweis, der beim Termin ausgestellt wird. Dabei wird regelmäßig auch die Blutgruppe bestimmt.

Auf einem anonymen Fragebogen müssen die Spendenwilligen Auskunft über mögliche Erkrankungen oder Dauermedikationen geben. Besonders wichtig freilich ist für die Empfänger, dass die Spender frei von Geschlechtskrankheiten, Aids oder Leberinfektionen, wie etwa Hepatitis, sind. Dazu wird auch das Blut im Zentrallabor in Frankfurt unterscht - bei einem Befund werden die Spender unverzüglich informiert, um so schnell wie möglich eine Therapie einzuleiten. Neben den Gefahren für die Spender müssen auch die Risiken für die Empfänger ausgeschlossen werden.

Befragung

Dazu gehört auch die Auskunft über Auslandsaufenthalte, etwa in Malaria-Gebieten, oder das Sexualverhalten und etwaige Drogenabhängigkeit.

Zur Kontrolle werden moderne Tests vorgenommen, so die Untersuchung von Fragmenten der DNA. Der sogenannte PCR-Test wurde vom Blutspendedienst in Zusammenarbeit mit Universitäten entwickelt. Die Überschüsse aus dem Verkauf der Konserven an Krankenhäuser werden für den Blutspendedienst eingesetzt, dazu zählt auch die Forschung in Kooperation mit Unis.

Pro Person werden von den hauptamtlichen Kräften des Blutspendedienstes des DRK - neben Ärzten sind es Schwestern oder Sanitäter - 500 Milliliter abgezapft, Frauen dürfen viermal im Jahr, Männer bis zu sechsmal im Jahr angezapft werden. Grundsätzlich müssen 56 Tage zwischen den Spenden liegen.

Ruhen und essen

Die Spender ruhen nach der Entnahme des Blutes auf der Liege und werden medizinisch überwacht. Schließlich werden Getränke und Speisen gereicht, um die Spender wieder aufzupäppeln. Wasser, Kaffee sowie Bockwurst, Suppen und Frikadellen werden dazu angeboten - und von den Spendern auch dankbar angenommen. Nach einer Dreiviertelstunde können die Spender wieder gehen.

Treue Spender werden mit Ehrengaben vom DRK belohnt. Bei der Werbeaktion am 17. Oktober in der Twistesee-Halle lockt das DRK mit Tank-Gutscheinen.

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