Waldecker Lions unterstützen Wasserfilter-Projekt der Universität Kassel

Einfach, aber sehr effektiv

Die Lions-Clubs Bad Arolsen Christian Daniel Rauch und Waldecker Land haben gemeinsam 9000 Euro aufgebracht, um damit neun mobile Wasserfilter der Uni Kassel anzuschaffen. Die Wasserfilter sind zum Einsatz in Krisengebieten vorgesehen. Insgesamt haben die Lions in Deutschland schon rund 700 der weltweit 1453 Paul-Filter finanziert. Unser Foto zeigt die beiden Lions-Präsidenten Ute Liebach (l.) und Uli Welteke (r.) zusammen mit Dr. -Ing. Wernfried Schier und Professor Dr.-Ing. Franz-Bernd Frechen

Bad Aroslen/Korbach - Sauberes Trinkwasser ist ein wertvolles Gut, das längst nicht überall auf der Welt so reichhaltig verfügbar ist wie in Deutschland. Vor allem bei Naturkatas­trophen ist die schnelle Versorgung vieler Menschen mit sauberem Wasser überlebenswichtig.

Um im Notfall schnell helfen zu können, haben Experten vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft der Universität Kassel einen tragbaren Wasserfilter entwickelt, der Krankheitserreger zuverlässig, kostengünstig und wartungsarm aus verschmutztem Wasser herausfiltern kann.

Die Geräte mit dem griffigen Namen „Paul“ werden in Kassel in einer Behindertenwerkstatt hergestellt, kosten rund 1000 Euro und sind derzeit 1453-mal weltweit im Einsatz. 700 dieser Wasserfilter wurden von Lions-Clubs aus Deutschland finanziert.

Bei Krisen schnell vor Ort

Die Lions-Clubs Bad Arolsen und Waldecker Land haben in den vergangenen Monaten mit verschiedenen Veranstaltungen, unter anderem einem Benefiz­essen in der Fürstlichen Reitbahn, insgesamt 9000 Euro gesammelt. Die amtierenden Präsidenten beider Clubs, Ulrich Welteke und Ute Liebach, überbrachten das Geld an der Spitze einer Delegation beider Clubs an Prof. Dr. Franz-Bernd Frechen vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft.

Das Geld wird vom Hilfswerk Deutscher Lions verwaltet, das in einem Medikamentenlager für Katastrophenfälle in Tönisforst die Wasserfilter einlagert und bereithält.

Damit ist gewährleistet, dass die Wasserfilter im Katastrophenfall gleich mit den ersten Hilfsgütern zusammen mit Hilfskräften aus Deutschland vor Ort eintreffen.

Die Wasserfilter selbst sind so einfach konstruiert, dass sechs einfache Piktogramme ausreichen, um die Funktionsweise auch für Analphabeten verständlich zu erklären.

Professor Frechen erläuterte den Lions die Funktionsweise der Wasserfilter, die mit Kunststoffmembranen ausgestattet sind und nur 80 Zentimeter Wassersäule Druck benötigen, um pro Tag mindestens 1200 Liter Wasser zu filtern. Das reicht, um 400 Menschen mit drei Litern Trinkwasser zu versorgen.

Sehr effizient

Wenn die aktuelle Notlage der Katastrophe überwunden ist, steigt erfahrungsgemäß auch der Wasserbedarf, sodass sich im Dauerbetrieb circa 40 bis 60 Menschen etwa in abgelegenen Dörfern dauerhaft mit sauberem Trinkwasser versorgen können.

Die Kasseler Wasserwirtschafter haben ihren Filter von unabhängigen Hygienikern der Institute Fresenius und des Umweltbundesamtes untersuchen lassen.

Dabei wurde bestätigt, dass die einfache Filtertechnik geeignet ist, sowohl 99,99 Prozent aller Bakterien, also auch aller Viren, aus dem Wasser zu filtern.

Die Geräte, die lediglich alle vier Wochen einmal entleert und durchgespült werden müssen, funktionieren wartungsfrei über viele Jahre.

Weltweit im Einsatz

Fragen kommen immer zum Namen „Paul“ auf. Der wurde willkürlich gewählt, auch weil sich damit die englischsprachige Erklärung „Portable Aqua Unit für Lifesaving“ oder „Permanent Aqua Unit for Life“ ableiten lassen. Übersetzt also etwa: dauerhafte Wassereinheit zur Lebenserhaltung.

Die Geräte sind weltweit im Einsatz, in Kolumbien und Peru ebenso wie in Benin, Uganda, Pakistan, Haiti, Myanmar, Vietnam, auf den Philippinen, in Bosnien und Serbien.

„Die Lions sind stolz, größte Finanziers dieses Lebensretters sein zu dürfen. Wir unterstützen dabei alle großen Hilfsorganisationen vor Ort“, erklärte der zuständige Lions-Beauftragte für die Paul-Wasserfilter, Reinhold Hocke aus Mosheim (Schwalm-Eder-Kreis).

Der Bad Arolser Lions-Präsident Ulrich Welteke verwies auf das gelungene Benefizessen mit Vortrag von hr-Intendant Dr. Helmut Reitze sowie auf eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Lions-Club Waldecker Land.

Eine weitere Spende habe die Volkmarser Gemeinschaftspraxis Dingel-Ackermann nach dem Verzicht auf Weihnachtsgeschenke beigesteuert. So sei der stolze Betrag von 9000 Euro zusammengekommen.

Mehr zum Wasserfilter Paul im Internet unter www.waterbackpack.org

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