Berufsorientierungswoche an der Kaulbach-Schule

Einstieg in Arbeitswelt erleichtern

Sockentreff in der Turnhalle: Hier werden die angehenden Schulabgänger auf die kommende Berufsorientierungswoche vorbereitet.

Bad Arolsen - Erste Spielregeln des Arbeitslebens lernen aktuell 76 Kaulbach-Schüler im Rahmen ihres Berufsorientierungsseminars kennen.

Bereits ins zehnte Jahr geht das Angebot der Kooperation Schule und Arbeitswelt in Bad Arolsen, Jugendlichen einen Leitfaden in Sachen Berufswahl an die Hand zu geben. Rund 40 Firmen aus Nordwaldeck haben die Organisatoren der Kaulbach-Schule in diesem Jahr als Partner für die Praxiswoche gewonnen.

Dabei soll das praktisch umgesetzt werden, was die Schüler der neunten Realschulklassen bisher nur im Klassenzimmer kennengelernt haben. Schließlich kann sich der Arbeitsalltag gewaltig von der Berufsbeschreibung auf dem Papier unterscheiden. Das spiegelt auch die Abbrecherquote bei der Berufsausbildung wider, die bei über 20 Prozent liegt. - „Das ist verlorene Zeit“, unterstrich Angelika Teppe von der Kooperation Schule und Arbeitswelt zum Auftakt des Berufsorientierungsseminars (BOS).

Umso genauere Einblicke sollen die 14- bis 15-Jährigen erhalten, bevor sie im kommenden Jahr ihre mehrwöchigen Betriebspraktika absolvieren.

In der heute beginnenden Woche haben die Schüler zwei Tage Zeit, in Firmen ihrer Wahl hineinzuschnuppern. Dort gilt es dann, sich „in einem ganz neuen Umfeld bewegen zu lernen. Die Arbeitswelt tickt spürbar anders“, wie Bürgermeister Jürgen van der Horst den Jugendlichen mit auf den Weg gab.

Praxistage vorbereiten

Bis sich die Türen von Kitas, Handwerksbetrieben oder der Stadtverwaltung öffnen, ist aber erst noch Grundlagenarbeit angesagt. Neben dem Durchblick mit Hilfe eines „Berufswahlfahrplans“ der Agentur für Arbeit und einer eingehenden Vorbereitung der Praxistage sind nämlich noch weitere Qualitäten der künftigen Praktikanten gefragt.

Durch sogenannte Schlüsselqualifikationen, gutes Benehmen und Engagement, könnten Schüler auch weniger gute Schulnoten wettmachen, betonte Schulleiterin Rosel Reiff. Ein gezielt gewählter Praktikumsplatz, an dem sich der Jugendliche gut präsentiere, könne daher schon die halbe Fahrkarte zum Ausbildungsplatz sein.

Um den Realschülern diese Hürde zu erleichtern, fanden sich sieben Firmenvertreter bereit, ein Bewerbungstraining im Rahmen des BOS zu übernehmen. Von der Gliederung des Bewerbungsschreibens bis zum Auftreten beim Vorstellungsgespräch ging es dabei.

Zusätzlich hatten die meist im Personalbereich tätigen Mitarbeiter jede Menge „Insidertipps“ parat. So sei es sinnvoll, sich schon im Vorfeld genau über die möglichen Ausbildungsbetriebe im angepeilten Beruf zu informieren. Auch das Bewerbungsschreiben solle besser nicht „irgendwo im Internet runtergeladen“ werden.

„Es ist wichtig, dass die Bewerbung individuell gehalten ist und nicht stereotyp wie eine Bandansage im Callcenter“, gab etwa Diplom-Ökonomin Anne Alsfasser, Unternehmensberaterin aus Korbach, ihrer Schülergruppe zu verstehen. Eine Bewerbung bedeute immer auch, für sich zu werben und die eigenen Stärken und Interessen zu betonen. Dazu haben die Realschüler in der kommenden Woche erstmals Gelegenheit.

Bei der Abschlussveranstaltung am Donnerstag, 20. November, um 19.30 Uhr in der Turnhalle der Kaulbach-Schule präsentieren die Schüler ihre gesammelten Erfahrungen.

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