Zweiwöchiger Testlauf für Elektromobil bei der Stadtverwaltung

Der Arolser Stadt-Stromer

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Der Arolser Stadt-Stromer:Stefan Stark führt vor, wie das Tanken beim E-Nissan aussieht. Im Hintergrund Dirk Homberger. 

Bad Arolsen. Wie von Geisterhand bewegt, setzt sich lautlos das E-Mobil in Bewegung. So geräuschfrei war nicht einmal der legendäre Rolls Royce Silver Ghost, der wegen seiner geringen Lärmemissionen seinen geisterhaften Namen bekam. Bei der Stadtverwaltung in Bad Arolsen hat der Nissan mit dem Elektromotor schon viele Freunde gefunden.

 Die Kommune hat sich neben 50 weiteren Städten und Gemeinden erfolgreich beim Land Hessen um ein E-Mobil zum Erproben beworben, und am Ende der zweiten Woche sind die Testfahrer(innen) überzeugt von der Alternative, zumindest was Fahrkomfort und Reichweite des mit einem 80-kW-Motor ausgerüsteten Nissan betrifft.

„Als Dienstwagen ist der Wagen problemlos einzusetzen“, stellt Fachdienstleister (Bau, Liegenschaften) Heinz Lösekamm fest. Erst nach 200 Kilometern muss der Wagen wieder an die Steckdose.

Lange Ladezeit

Dann dauert es aber zehn Stunden, bis die Batterie wieder aufgeladen ist. An der derzeit einzigen öffentlichen Stromzapfsäule in Arolsen, die das Energieversorgungsunternehmen Energie-Waldeck-Frankenberg vor ein paar Jahren am Freizeitbad Arobella aufstellen ließ, ist der Nissan nach drei bis vier Stunden wieder voll einsatzbereit.

Beim Bremsen wird wieder Strom erzeugt, so dass der Wagen während der Fahrt neuen „Saft“ bekommt. Auch beim Bergabfahren wird der Wagen automatisch sanft abgebremst und die Batterie geladen.

Zweite Batterie

Immerhin verbrauchen die Klimaanlage, die Beleuchtung, Radio und Navigationsgeräte auch Strom. Um den Bedarf für Licht und andere wichtigen Funktionen sicherzustellen, ist noch eine kleine Batterie wie in Autos mit Verbrennungsmotoren eingebaut.

Das Starten ist gewöhnungsbedürftig, wie Verwaltungsmitarbeiter Stefan Stark berichtet. Doch schnell hat man’s raus, dass ein Knopf unterhalb des Armaturenbretts und ein weiterer zwischen den Vordersitzen betätigt werden muss. Zündschlüssel war gestern. Getriebe und Handbremse gibt es nicht. Der Stromer fährt sich wie ein Automatikfahrzeug, jedoch ohne Getriebe.

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