Das Ortssippenbuch von Mengeringhausenab Montag erhältlich

130 Emdes und 99 Meusers

Das Ortssippenbuch für Mengeringhausen ist nach achteinhalb Jahren Vorarbeit fertig. V.l. Ortsvorsteher Helmut Patzer, der Eiserne Heinrich alias Markus Köhler, Barbara Sopott, Schützenkönig Robert Pohlmann, Hildegard und Christian Meuser, Dr. Klaus Wendt, Magda Ashauer, Pfarrer Uwe Jahnke und Bürgermeister Jürgen van der Horst. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen-Mengeringhausen. - Auf dieses Buch haben viele gewartet: Allein 150 Vorbestellungen liegen dem Waldeckschen Geschichtsverein vor. Pünktlich zum großen Heimatfest ist das Ortssippenbuch Mengeringhausen jetzt nach achteinhalb Jahren akribischer Vorbereitung erschienen.

Der Sitzungssaal des historischen Rathauses mit dem kunstvoll geknüpften Wandteppich, der die Kerkerszene im Festspiel Treue um Treue zeigt, war die richtige Kulisse zur Präsentation des 89. Bandes der Wal-decker Ortssippenbücher.

Hier im Rathaus schlummert das Stadtarchiv, in dem Christian, genannt Christel Meuser unzählige Stunden verbracht hat, um die Familiendaten zusammenzutragen und digital zu erfassen. In der ehemals größten Stadt des Waldecker Landes war dies eine Mammutaufgabe, die sich über viele Jahre hinzog.

Diese Arbeit begonnen hatten Meusers Vorgänger als Stadtarchivar, die inzwischen verstorbenen Heinrich Freund und Herbert Vogt. Meuser wurde in das Projekt hineingezogen, als er unmittelbar nach seiner Pensionierung einen neuen Wagen anmelden wollte.

Dabei schaute er im Büro von Herbert Vogt herein und wurde von diesem gleich zum Mitmachen überredet. Ganze zwei Monate währte die gemeinsame Arbeit. Dann erkrankte Vogt und Meuser musste allein ran.

Bei der digitalen Erfassung der vielen Tausend Daten half bald auch Ehefrau Hildegard Meuser. Durch Zeitungsaufrufe konnten auch die inzwischen verstorbene Anke Halbich sowie Rüdiger Schmittke, Barbara Sopott und Magda Ashauer als fleißige Helfer gewonnen werden.

Eine zusätzliche Herausforderung war die Einholung der nach geltendem Datenschutzrecht erforderlichen Zustimmungen der betroffenen Personen. Die meisten Angesprochenen hatten nichts gegen eine Erwähnung ihrer Personenstandsdaten und die ihrer Vorfahren einzuwenden. Doch der Aufwand war enorm.

Insgesamt legten Meuser und seine Mitarbeiter rund 8000 Familienblätter an. Die größte Familie sind die Emdes mit 130 Personen. Auf Platz zwei folgen Meuser mit 99 und Franke mit 95. Alle Einträge sind durchlaufend nummeriert.

So lässt sich leicht nachvollziehen, wer wessen Kind und Enkel ist. Wichtigste Quelle waren dabei die Kirchenbücher, die bis ins Mittelalter zurückreichen.

Aus datenschutzrechtlichen und organisatorischen Gründen endet die Auflistung 1972. Die beiden Generationen, die seitdem in Mengeringhausen geboren wurden, geheiratet haben und beerdigt wurden, müssten in einem weiteren Mammutprojekt nacherfasst werden.

Das Mengeringhäuser Ortssippenbuch verzichtet ganz bewusst auf einen umfangreichen stadthistorischen Teil. Als Grund nannte Dr. Klaus Wendt, der Vorsitzende des Waldeckschen Geschichtsvereins, gestern die Tatsache, dass die Mengeringhäuser Stadtgeschichte in anderen umfangreichen Werken umfassend aufgeschrieben wurde, unter anderem zur 750-Jahrfeier und zu den Freischießen.

Das in einer Auflage von 470 Stück erschienene Ortssippenbuch ist ab Montag zum Preis von 28 Euro in den Geschäftsstellen der Waldecker Bank und der Sparkasse in Mengeringhausen erhältlich, außerdem in der Geschäftsstelle des Waldeckschen Geschichtsvereins in Bad Arolsen. Mitglieder zahlen 25 Euro.

Das Buch istaußerdem montags bis donnerstags von 9 bis 11 Uhr im Stadtarchiv Mengeringhausen, Erster Stock im Rathaus, erhältlich.

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