Bad Arolsen

Entlassungen im Berufsbildungswerk

- Bad Arolsen/Kassel (-ah-). Etwa 20 Mitarbeiter des Berufsbildungswerks Nordhessen verlieren in Bad Arolsen und Kassel ihres Jobs. Die diakonische Einrichtung bekommt von ihrem Hauptauftraggeber Bundesagentur für Arbeit weniger Auszubildende zugewiesen, wie der Geschäftsführer der diakonischen Berufsbildungseinrichtung, Klaus Winger, mitteilt.

Insgesamt 17 Stellen werden gestrichen. Die Kündigungen werden im Laufe des kommenden Jahres wirksam.

Das BBW reagiere auf den massiven Rückgang der Anmeldungen im Bereich der Berufsvorbereitung und beruflichen Ausbildung von jungen Menschen mit Behinderungen. Derzeit seien in Bad Arolsen nur 245 der insgesamt 280 Ausbildungsplätze belegt. In Kassel sind 165 von 180 Lerhstellen besetzt. Winger bezeichnete den demografischen Wandel und die Änderung der Zuweisungen durch die Bundesagentur für Arbeit, die den überwiegenden Teil der Ausbildungen finanziert. Durch drei besetzte Ausbildungsstellen werde ein Mitarbeiter finanziert, wie der Geschäftsführer vorrechnet.

Winger schätzt, dass durch die Entlassungen kein Beschäftigter in eine Notlage gerate, sondern aufgrund seiner Qualifikation eine neue Stelle bekommen könne. Doch setze dies auch einen Wechsel zu einem Arbeitsplatz in einer weiter entfernten Stadt voraus. Das BBW könne aufgrund der sinkenden Zahl der Auszubildenden ein Haus des Internats nicht mehr auslasten, hierfür würden anderweitige Nutzungen erwogen.

Folgen dürfte die Entwicklung bei dem zum Bathildisheim Bad Arolsen gehörenden BBW auch für die staatliche Berufsschule haben. Die Lehrer sind aber Beamte. Sollte es also zu einer Verringerung des Personals kommen, so könnten die Betroffenen an eine andere Schule versetzt werden.

Das BBW war in der Vergangenheit mehrfach aufgrund der Änderung der Geschäftsfpolitik der ehemaligen Bundesanstalt für Arbeit zu Umstrukturierungen gezwungen. Entlassungen dieses Ausmaßes hat es bisher jedoch noch nicht gegeben. Die Agentur für Arbeit setzt zunehmend auf eine wohnortnahe Ausbildung von Jugendlichen mit einem Handicap und baut auf eine engere Zusammenarbeit mit den örtlichen Arbeitgebern und Kreishandwerkerschaften. Das BBW sei dann die "inetnsivstation" für die besonders schwierigen Fälle, erklärt Winger. Ob die Jugendlichen in anderen Ausbildungsverhältnissen ohne spezielle Förderung durch Erzieher und Psychologen ähnlich erfolgreich seien wie beim BBW, bezweifelt der Geschäftsführer. Er verweist darauf, dass im Schnitt 60 Prozent der Absolventen in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden können, in einigen Berufsfeldern sogar zu über 90 Prozent. Dies belege auch eine aktuelle Analyse der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke.

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