Zwei hochkarätige Referenten beim Geschichtsverein

Erinnerung an den 1. Weltkrieg

Ein großer Gedenkstein direkt vor dem Stabsgebäude erinnerte an die 1870/71 Gefallenen des Arolser Bataillons.

Bad Arolsen - Der Waldeckische Geschichtsverein lädt am Mittwoch, 27. August, 19.30 Uhr, zu einem Vortrag über den Beginn des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren ein. Im großen Saal des Bürgerhauses spricht Hartmut Müller aus Kassel zur Geschichte des Infanterieregiments Nr. 83.

Daran anschließend spricht Dr. Bernd Joachim Zimmer über die „Propaganda im und die Erinnerung an den 1. Weltkrieg aus Sicht der Deutschen und der Belgier“.

Hartmut Müller beginnt den bebilderten Vortrag mit dem Übergang des selbstständigen Bataillons Waldeck im Jahre 1867 in das preußische Infanterieregiment Nr. 83 als Füsilierbataillon (III. Btl). Die Residenzstadt Arolsen wurde nun auch Garnisonsstadt und bald stand die Bevölkerung hinter „ihren 83ern“.

Am Alleefeld entstand eine Mannschaftsunterkunft und in den folgenden Friedensjahren folgten das Offiziers- und schließlich am Eingang zum Kasernengelände das Stabsgebäude. Ausgehend von der Gründung des Regiments und seinem Einsatz im Krieg von 1870/71 beschreibt der Referent die ruhige Zeit bis 1914. Einen Schwerpunkt seines Vortrags legt Müller auf den Einsatz der 83er im 1. Weltkrieg. Zunächst an der Westfront kämpfend, folgte die Verlegung in den Osten und dann - ungewöhnlich für die damaligen Transportmöglichkeiten - die Rückverlegung in den Westen. Beschrieben werden nicht nur die Frontverläufe und Gefechtsorte, sondern auch die Situation der Soldaten während der Kämpfe und der mitunter langen Pausen im Stellungskrieg. Mit der Kapitulation endete die Geschichte der 83er.

In dem daran anschließenden Vortragsteil schildert Dr. Zimmer die „zweite Schlacht“ des Krieges, diejenige auf dem Feld der Propaganda. Die unterschiedlichen Inhalte und Darstellungsformen bei den Mittelmächten und der Entente werden an Beispielen vorgestellt.

Die Gräuel des Krieges in den Monaten August bis Oktober 1914, in denen sich die deutschen Truppen ständig von Freischärlern bedroht fühlten und als Rache für aus dem Hinterhalt Erschossene ganze Städte niederbrannten und über 6000 Zivilisten töteten, blieben in der Bevölkerung präsent.

Nach dem Waffenstillstand am 11. November 1918 standen sich die Nachbarstaaten unversöhnlich gegenüber und es entwickelten sich zwei unterschiedliche, bis in die Gegenwart reichende Erinnerungskulturen. Als Beispiel wird für die deutsche Seite der Soldatenfriedhof in Arolsen dargestellt.

Der Vortrag beginnt morgen um 19.30 Uhr im großen Saal des Bürgerhauses. Der Eintritt ist frei. (r)

Kommentare