TSV Berndorf eröffnet neues Vereinsheim

Erst Werder Bremen, jetzt das Vereinsheim

Twistetal-Berndorf - Mit einer Feierstunde übergaben die Sportler vom TSV Berndorf am Sonntagmorgen ihr neues Vereinsheim seiner Bestimmung. 2000 Stunden Eigenleistung hatten vor allem die Fußballer in den schmucken Anbau investiert.

Die Spuren des Berndorfer „Supertages“, wie Sportvereinsvorsitzender Otto Brühne jenen Augusttag 2012 gerne nennt, sind in Berndorf noch deutlich sichtbar. Das Spiel gegen Werder Bremen und das Führungstor sind so eindrucksvoll in die Geschichte des TSV 08 Berndorf eingegangen wie kaum ein anderes Ereignis seit der Gründung.

Nicht umsonst ziert deswegen auch jene Jubelszene nach dem 1:0 gegen den Bundesligisten die Wand des neuen Anbaus an das Vereinsheim des TSV Berndorf – gemalt von Stefan Hiller. Allerdings gibt es dafür noch einen anderen Grund: Denn jenes Fußballspiel vor fast drei Jahren und der neue schmucke Anbau gleich neben dem Sportplatz stehen in engem Zusammenhang.

„Es begann vor genau drei Jahren“, erinnerte Otto Brühne bei der offiziellen Eröffnung des Anbaus am Sonntagmorgen. Damals regte Werder-Fan Benjamin Trott an, als Verein an einem Wettbewerb der Targobank teilzunehmen. Der Gewinn: Ein Spiel gegen Werder Bremen und 50 000 Euro. Ein Videoclip sollte über den Gewinner des Wettbewerbs entscheiden. Damals schrieb Fußballer Christian Metz-Pieper ein Drehbuch. „Eine Parodie auf die Sparkassenwerbung“, erzählt Brühne. Bekanntermaßen gewann das Video. Der erste Teil des Gewinns folgte auf den Fuß, der zweite Teil erforderte noch einen großen Batzen Arbeit vom Verein. Die 50 000 Euro Siegesprämie nämlich sollten in die Entstehung eines Anbaus an das Vereinsheim fließen.

„Nun hat alles etwas länger gedauert als erwartet“, befand Brühne, „aber schön ist es geworden“. 2000 Stunden Eigenleistung steckten die Berndorfer in den Anbau. „Vor allem die Jungs haben richtig geschuftet“, erklärte Brühne. Große Unterstützung gab es von heimischen Unternehmern.

Viele von ihnen kamen dann gestern auch zur Eröffnung und bewunderten den hohen, hellen Raum, der künftig für Versammlungen und Feste aller Vereinssparten, aber auch für gesellige Runden nach Fußballspielen genutzt werden soll. „Außerdem haben wir endlich Toiletten und müssen Besucher nicht mehr in die Halle schicken“, erklärte Brühne. Und auch ein Geräteraum für den Rasenmäher, der bisher in einer privaten Scheune untergebracht war, findet in dem Anbau Platz. Rund 100 000 Euro hat der Anbau am Ende gekostet. Das Land Hessen förderte das Projekt mit 30 000 Euro, der Landessportbund mit 10 000 Euro und der Landkreis gab 11 000 Euro. „Am Ende mussten wir keinen einzigen Cent aus der Vereinskasse nehmen“, berichtete Brühne zur Eröffnung.

Anerkennung gab es auch von Sportkreischef Uwe Steuber: „Sie haben dieses Projekt genau zur richtigen Zeit angeschoben“, befand er, „dieses Gebäude kann künftig eine Anlaufstelle für die Berndorfer werden“. Ein großes Lob sprach Beigeordneter Wilhelm Pötter aus: „Entgegen des Vorwurfs, dass in großen Orten häufig nicht so viel Eigenleistung erbracht wird, haben die Berndorfer Sportler hier unheimlich viele Stunden investiert“. Am Nachmittag wurde es dann gleich noch voller im neuen Anbau: Die erste Mannschaft empfing auf dem benachbarten Platz die Eintracht Edertal.

Von Theresa Demski

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