Lehrgang für Schwarzpulversc´hießen in Twiste

Fit für fachgerechtes Böllern

Twistetal-Twiste - Böllerschießen will und muss gelernt sein. Einen lautstarken Lehrgang absolvierten Männer und Frauen am Schützenhaus in Twiste.

Frank Wendzik aus Sachsenberg, staatlich anerkannter Großfeuerwerker und Bühnen-Pyrotechniker, hatte zu seinem ersten Böllerlehrgang eingeladen. Die Ausbildung musste mehrfach verschoben werden, da dass umständliche Genehmigungsverfahren über neun Monate dauerte. Schließlich kamen zwei Frauen und fünf Männer zu dem Kurs zusammen, mit dem sie die Berechtigung für das Böllern erlangten. Der Ablauf teilte sich auf in Theorie, praktische Ausbildung, Prüfung und Abschlussbesprechung. Der Lehrgangsleiter machte bei der Theorie auf drastische Weise klar, dass es bei nicht sorgfältigem und gewissenhaftem Umgang mit dem Sprengstoff Schwarzpulver zu fatalen Auswirkungen führen kann. Die gezeigten Bilder und Beschreibungen beeindruckten die Teilnehmer nachhaltig. Ebenso zieht leichtfertiger Umgang mit Schwarzpulver strafrechtliche Konsequenzen nach sich, die dem Hobby Böllerschießen ein schnelles Ende bereiten. Nach dem theoretischen Unterricht am Vormittag folgte die praktische Ausbildung. Hier hatte Frank Wendzik umfangreiches Gerät zum Lehrgang mitgebracht. Den Teilnehmern wurde die Funktionsweise der einzelnen Hand-, Schaft- und Standböller sowie der Kanone erläutert. Die „Schwarzpulverlehrlinge“ konnten ausgiebig alle Geräte bedienen, und auch die beiden Frauen wurden vom „Böllervirus“ erfasst. Selbst der anwesende Behördenvertreter des Landkreises Waldeck-Frankenberg, Günter Spielberg, zeigte sich begeistert von der Wirkung eines Schaftböllers. Arne Waterfeld von den Waldecker Böllerschützen hatte seinen neuen, bis dato noch nicht eingesetzten Schaftböller mit dem Kaliber 24 mm mitgebracht. Die Zuhörer waren mit dem „Bumms“ seines Böllers äußerst zufrieden. Ganz still wurde es freilich bei der schriftlichen Prüfung. Die Teilnehmer brüteten über ihren 33 Prüfungsfragen. Nach der Auswertung kam Entwarnung: Alle sieben Teilnehmer haben bestanden, Arne Waterfeld und Daniela Hubert von den Waldecker Böllerschützen aus Waldeck erreichten die volle Punktzahl von 100. Aber auch die anderen Teilnehmer folgten mit hohen Punktzahlen. Dies sei ein Zeichen für das hohe Niveau der gründlichen Ausbildung, so Günter Spielberg nach der Zeugnisausgabe: „Wir haben hier schon ganz andere Böllerlehrgänge erlebt“. Die Teilnehmer konnten im Anschluss gleich einen Antrag für den gesetzlich geregelten Umgang mit Schwarzpulver stellen. Sie gehören damit zu einem etwa 300 fassenden Personenkreis im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Die Vereinigung der Waldecker Kanoniere mit über 40 Kanonengruppen aus dem Landkreis Waldeck Frankenberg, zu der mittlerweile auch „ausländische“ Gruppen aus anderen Teilen Hessens sowie aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen angehören, sind froh, dass jetzt vor Ort eine sachkundige Ausbildung möglich ist, so der Gründervater Egon Eirund aus Korbach. Ihr Können werden bereits am Neujahrstag Daniela Hubert und Arne Waterfeld von der 1999 gegründeten Gruppe der Waldecker Böllerschützen unter Beweis stellen. So werden sie es um 11 Uhr auf dem Schloss Waldeck krachen lassen und um 14 Uhr an der Sperrmauer des Edersees feuern, um das Neujahrsschwimmen zu eröffnen, das diesmal im Rahmen der 100-Jahr-Feier der Talsperre stattfinden wird.Eindrücke von dem Lehrgang bietet ein Videoclip auf You Tube: https://www.youtube.com/watch?v=J8S_StsJPHk (r)

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