Bad Arolsen

"Familie funktioniert noch immer"

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- Bad Arolsen. Die Familie als Fundament der Gesellschaft zu schern, darüber sprach die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, in Bad Arolsen.

In ihrer Rede auf Einladung der Frauen-Union Bad Arolsen/Korbach und des Stadtverbands Bad Arolsen versprühte sie Zuversicht und zeichnete sie ein weitgehend freundliches Bild von der gesellschaftlichen Lage: „Familie funktioniert immer noch“, stellte die junge Ministerin fest. Zwar gebe es Scheidungen und würden Eltern und Kinder berufsbedingt auseinandergerissen, doch sei der Zusammenhalt auch über mehrere Generationen hinweg „riesig“.

Für die Vermittlung von Werten, von Vertrauen und Verlässlichkeit sei die Familie die Basis. Politik, die den Erhalt familiärer Strukturen sichere, habe daher nach wie vor einen hohen Stellenwert. So sei es ihr trotz der Sparzwänge gelungen, das Elterngeld in den Grundzügen zu erhalten.

Die meisten Beziehungen heutzutage seien Wunschbeziehungen und nicht von wirtschaftlicher Notwendigkeit diktiert, auch die Kinder seien Wunschkinder. Daher mache es Spaß, Familienministerin zu sein. Zudem werde oft verkannt, dass zwei Drittel der Menschen zu Hause gepflegt würden. Daher verwahrte sich die Ministerin auch gegen Argwohn von Seiten der Grünen, die hinter der von ihrem Minister angestrebten Familienpflegezeit-Modell ein „veraltetes Weltbild“ meinten zu sehen. Schröder reibt ihrem Namensvetter Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) gerne dessen despektierliches Synonym „Gedöns“ für Familie unter die Nase.

Gleichwohl zollt sie einer früheren Vorgängerin aus der SPD, Renate Schmidt, zumindest Anerkennung. Die habe zwar festgestellt, dass vielfach die Verwirklichung des Kinderwunsches von beruflicher Sicherheit und und guten Betreuungsangeboten abhängig gemacht würde. Schmidt hätte aber niemals drei Kinder zur Welt gebracht, wenn sie sich nicht dafür entschieden hätte: „Irgendwann muss man es wagen“, sagte Schröder.Unersetzlich sei die liebevolle Betreuung durch Mutter und Vater, sagte die Ministerin. Damit dies unter Absicherung des Lebensstandards möglich sei, werde seit einigen Jahren Elterngeld gezahlt. Und das mit Erfolg. Von 3,5 Prozent sie der Anteil der Väter vier Jahre später auf 23 Prozent bei den Empfängern gestiegen.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 15 Januar.

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