4500 Teilnehmer beim Drachenfest in Diemelstadt

Fantasykrieger wollen nur spielen – Bildergalerie

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Grusel-Outfits gibt es neben vielen weiteren Waren in der Einkaufsstraße beim Drachenfest.

Diemelstadt - 4500 Spieler aus dem In- und Ausland schlüpften beim neunten Drachenfest auf dem Quast in Diemelstadt in die Rollen von Fantasykriegern.

Der Quast ist seit 2006 jedes Jahr Ende Juli ausgebucht für das Schauspiel, das sogar Teilnehmer aus Kanada und Russland in diesem Jahr nach Diemelstadt gelockt hat. Wyvern-Crafts in Köln richtet das gigantische Open-Air-Spektakel in der und um die Fantasie-Stadt Aldradach aus. Festungen, Zeltlager, Geschäftsstraßen und sogar ein Friedhof entstehen für gut eine Woche auf dem teils privaten, teils der Waldeckischen Domanialverwaltung gehörenden Gelände, auf dem Angehörige verschiedenster Berufe in eine andere Welt eintauchen. Höhepunkt ist eine gigantische Schlacht, in der die Orks den Rest der Welt unter ihre Kontrolle bringen wollen.

Alles läuft nach strengen Regeln ab, so dürfen nur biegsame Waffennachbildungen zum Einsatz gebracht werden und läuft das Lagerleben geordnet ab. Doch die seit 2006 bewährte Organisation ist es auch, die die Teilnehmer immer wieder nach Diemelstadt fahren lässt. Junge Eltern können ihre Sprösslinge während der Schlacht zur Kinderbetreuung abgeben, und wenn die Sonne die Akteure so richtig ins Schwitzen kommen lässt, dann sind die auch froh über die funktionierenden Duschen.

Das achtköpfige Stammteam von Wyvern-Crafts ist dankbar für die rund 130 ehrenamtlichen Helfer, die bei Vorbereitung und Ausrichtung mitarbeiten. Heimische Landwirte sind inzwischen ebenso unentbehrliche Verbündete geworden. Die Unterstützung von Stadt und Kreis ist den Drachenfest-Veranstaltern auch sicher, denn eine Woche Fantasy-Lager bescheren der Region auch Umsätze.

Landrat Dr. Reinhard Kubat, MdB Thomas Viesehon, Bürgermeister Elmar Schröder und der Erste Stadtrat Dieter Oderwald informierten sich mit einer Abordnung der Wrexer Schützengilde über das Drachenfest. Bürgermeister Schröder erklärte, wie sowohl die Frischwasserzufuhr als auch die 200 Kubikmeter Abwässer pro Tag bewältigt werden. Täglich werden rund zwölf Lkw-Tankladungen Fäkalien und Abwasser aus einer städtischen Kleinkläranlage in die Kläranlage Warburg entsorgt. Die Kooperation mit der Stadt Warburg funktioniert einwandfrei, denn die Biologie der Kläranlage in Wrexen würde bei dieser Belastung umkippen, so Schröder. Auf dem Spielfeld konnte die Gruppe hautnah eine Schlacht der bösen Orks mit den Landsknechten erleben und die Erlebnisse anschließend im Durstigen Dolch und der Taverne Bold austauschen. Landrat Dr. Reinhard Kubat war so begeistert vom Geschehen, dass er in der Taverne Bold einen kampfeslustigen Ork zum Kräftemessen im Armdrücken herausforderte - und vor den begeisterten Zuschauern gewann. Auch die kleine Nichte vom Bundestagsabgeordneten Thomas Viesehon strahlte über das ganze Gesicht, denn sie hatte zuversichtlich ihre „Kupferlinge“ auf den Landrat gesetzt.

Das Drachenfest ist eine geschlossene Veranstaltung, an der jeder teilnehmen kann, der dafür bezahlt. Neben dem Sicherheitsdienst und den für Wehwehchen und ernstere Probleme bereitstehenden Sanitätern sorgten mit Digitalfunk ausgerüstete Mitarbeiter für den reibungslosen Ablauf. Der Termin für das kommende Jahr steht schon fest: 28. Juli bis 2. August.

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