Informationsveranstaltung zur nachhaltigen Nutzung des Wert- und Brennstoffes

Feuer und Flamme für Holz

Sie werben für die nachhaltige Nutzung von Holz: V.l. Sägewerksbetreiber Michael Decker, Tanja Müller vom Fachdienst Regionalentwicklung beim Landkreis, Bürgermeister Hartmut Linnekugel und Hauptamtsleiter Jürgen Salokat. Foto: Elmar Schulten

Volkmarsen - Holz ist bei richtiger Verwendung ein preiswerter Energieträger, der die Umwelt schont. Doch wie verwendet man Holzbrennstoffe richtig?

Bei drei regionalen Informationsveranstaltungen will der Fachdienst Regionalentwicklung der Kreisverwaltung interessierte Holznutzer umfassend mit allen interessanten Details rund um den Brennstoff Holz versorgen. Nach einem ersten Vortragsabend in Battenberg ist Martin Schultze vom Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) am Mittwoch, 15. Januar, um 19 Uhr zu Gast in der Nordhessenhalle. Sein rund 90-minütiger Vortrag dreht sich um den Unterschied zwischen fossilen und nachwachsenden Rohstoffen und die Entstehung von Holz.

Außerdem geht es um die Entwicklung der Preise, den Wassergehalt und Heizwert sowie um die richtige Lagerung.

Beleuchtet werden die chemischen Vorgänge beim Verbrennungsprozess sowie die Voraussetzungen für eine saubere und effiziente Verbrennung.

Weitere Aspekte des Vortrags sind die Bauarten von Holzfeuerungsanlagen, deren Funktionsweise und Technik sowie die rechtlichen Hinweise zum Heizen mit Holz. Auch Wirtschaftlichkeitsberechnungen werden angestellt und Fördermöglichkeiten aufgezeigt.

Bei diesem Informationsabend sind auch Holzproduzenten wie die Waldeckische Domanialverwaltung, Holzverarbeiter wie das Sägewerk Decker, Heizungsbauer wie die Firma Viessmann und ein Schornsteinfegermeister vor Ort.

Sägewerksbetreiber Michael Decker wies gestern schon im Vorgespräch auf die Probleme einer ungeregelten Holznutzung hin: „Wenn alle vorhandenen Holzfeuerungen zur Beheizung von Wohnungen voll ausgelastet wären, dann würden wir in Deutschland mehr Holz verbrennen als nachwächst. Das kann nicht im Sinne der Natur und der Wirtschaft sein.“

Die Betriebe der Holzwirtschaft drängen daher auf eine so genannte Kaskadennutzung: Zuerst soll hochwertiges Holz für hochwertige Produkte verwendet werden. Nur die Abfälle sollten einer thermischen Nutzung zugeführt werden. Im Sägewerk Decker werden nur Rinden und Späne verheizt. Größere Abfallstücke werden als Brennholz verkauft, kleinere gehen in die Produktion von Holzkohle.

Decker: „Wenn der Preisdruck vom Brennholz zu groß wird, dann haben wir zu wenig Industrieholz übrig.“ Dann muss importiert werden. Unhaltbar ist aus Sicht der Holzindustrie zudem der Export bester Wertholzstämme nach China.

Stammholz werde heute nicht mal mehr aus Dritte-Welt-Ländern exportiert. Nur die Europäische Union leiste sich diesen Irrsinn. Das habe nichts mit nachhaltiger Nutzung zu tun.

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