Unbegleitete minderjährige Ausländer vom Bathildisheim Bad Arolsen

Flüchtlinge bekommen Einblick in Berufswelt

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Der 16-jährige Samsur absolvierte sein Praktikum in der evangelischen Kindertagesstätte in Adorf. 

Einblick in die Berufswelt nahmen junge Flüchtlinge vom Bathildisheim Bad Arolsen in Betrieben im  Waldecker Land.

Die schulfreie Zeit haben unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) aus dem Bathildisheim für Praktika genutzt. 42 junge Menschen konnten erfolgreich in Unternehmen aus der Region vermittelt werden.

Ob in Autowerkstätten, sozialen und kirchlichen Einrichtungen oder Handwerksbetrieben, in zahlreichen Branchen standen ihnen die Türen zum ersten Kennenlernen von Berufen offen. „Die Vermittlung in passende Stellen hat erstaunlich gut funktioniert“, berichtet Carina Stein vom Sozialen Dienst im Bathildisheim.

 Die Betriebe hätten offen reagiert. Die Vorstellungsgespräche mündeten zu fast einhundert Prozent in Praktikumsverträgen.

Der 16-jährige Samsur aus Afghanistan freute sich über die Zusage der evangelischen Kindertagesstätte Saraphe in Adorf. Drei Wochen lang durfte er dort den beruflichen Alltag von Erziehern und pädagogischen Fachkräften kennen lernen.

Dass Samsur für diesen Beruf geeignet ist, wurde ihm selbst und allen Beteiligten bereits in den ersten Tagen klar. Mit Sport, gestalterischem Können, handwerklichem Geschick und einer kreativen Ader brachte er sich in die Arbeit ein.

Unter den Kindern habe sich, laut Aussage von Erzieherin Stefanie Lorenz, sogar eine kleine Fangemeinde gebildet. Auch Leiterin Anja Schmidt ist sehr zufrieden und sagt: „Samsurs musikalische Einlagen mit der Gitarre werden unseren Kindern besonders fehlen.“

Er selbst kann es sich gut vorstellen, einmal als Erzieher zu arbeiten. Nach den Sommerferien wird er die achte Klasse der Kaulbach-Schule besuchen, um vor allem sein Deutsch zu verbessern.

 Im Bathildisheim leben 61 „umA“. Die meisten der 14- bis 18-Jährigen haben im Oktober des vorigen Jahres ihre Zimmer im Wohndorf des Berufsbildungswerks Nordhessen bezogen. Mittlerweile haben sich alle gut eingelebt. Sie besuchen im Rahmen von InteA (Integration und Abschluss), einem Konzept zur Sprachförderung von jungen Flüchtlingen und Zuwanderern, die Berufsschule Korbach oder die Regelklassen der allgemeinbildenden Schulen. (r)

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