Bad Arolsen

Auf dem Friedhof nichts dem Zufall überlassen

- Bad Arolsen (-es-). „Unsere Friedhöfe sehen aus wie unsere Neubaugebiete: gleichförmig und seelenlos“, beklagte Matthias Decker im Haupt- und Finanzausschuss und gab der strengen Friedhofssatzung die Schuld.

Auch in der Neufassung, die aktuell diskutiert werde, gebe es viel zu viel unnötige Regelungen. Als Beispiel verwies er auf die Öffnungszeiten für Friedhöfe, Bauantrags- und Bauvorschriften für Grabsteine und das Verbot, den Sarg von Freunden des Verstorbenen tragen zu lassen. Nur zugelassene Mitarbeiter der Stadt oder der Bestattungsunternehmen dürften nach der neue Satzung Särge zum Grab tragen. Dass es für die meisten dieser Vorschriften gute Gründe gibt, machten Bürgermeister Jürgen van der Horst und der für die Friedhöfe mit zu ständige Leiter der Liegenschaftsverwaltung, Heinz Lösekamm, deutlich: Um nächtliche Feiern von Jugendlichen auf Friedhöfen verhindern zu können, seien zum Beispiel die Öffnungszeiten nötig. Selbstverständlich würden Trauernde auch nach 20 Uhr nicht mit einem Bußgeld belegt. Auch für die Bauvorschriften gebe es gute Gründe: Die Stadt sei als Betreiberin der Friedhöfe für die Standsicherheit der Grabsteine zuständig. Deshalb sei es wichtig, Baupläne mit der Lage von Fundamenten und Dübeln bei aufstehenden Grabsteinen zu verlangen. Auch die jährlichen Überprüfungen der Standfestigkeiten seien notwendig und durch höchst-richterliche Urteile gefordert. Grundsätzlich beklagte auch der CDU-Stadtverordnete Karl Kratz die Regelungswut in Gesetzen und Satzungen. Aus seinem Wirkungsbereich, dem Steuerrecht könne er ein Lied davon singen.

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