Bad Arolsen

Friedhofsgebühren werden neu kalkuliert

- Bad Arolsen (-es-). Bei der geplanten Neuordnung des Friedhofswesens in der Großgemeinde Bad Arolsen wird nicht nur eine größere Vielfalt der Bestattungsformen entstehen. Vielmehr soll nun auch eine Kostendeckung bei den Gebühren erreicht werden.

Das wurde am Dienstagabend im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung deutlich. Der für das Projekt zuständige Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes, Heinz Lösekam, erläuterte dabei zunächst, wie die Neukalkulation der Gebühren in der Verwaltung vonstatten ging: So sind längst nicht alle Kosten, die bei der Bewirtschaftung und Pflege der Friedhöfe anfallen, „umlagefähig“. Neuerdings muss sogar laut Gesetz ein „grünpolitischer Wert“ bei der Parkpflege abgezogen werden. Mit anderen Worten: Friedhöfe erfüllen auch einen städtebaulichen Zweck als „grüne Lunge“ in den Innenstädten. Dieser Wert soll nicht den Nutzern der Gräber allein auferlegt werden. Von den insgesamt 268 000 Euro, die die Friedhhofspflege in Bad Arolsen verursacht, werden daher in der Kalkulation rund 40 000 Euro als „grünpolitischer Wert“ abgezogen. Der Rest wurde nach dem Erfahrungswert der städtischen Mitarbeiter auf die unterschiedlichen Bestattungsformen verteilt, wobei mit 186 Bestattungen das statistische Mittel der Sterbefälle in den vergangenen Jahre zugrunde gelegt wurde. Für die einfachste Bestattungsart, ein Urnenreihengrab oder ein Kinderreihengrab, ergibt sich eine Gebühr von 558 Euro bei einer Nutzungsdauer von 25 Jahren. Bisher wird für das Urnenreihengrab eine Gebühr von 511 Euro fällig, wobei bei der kostendeckenden Kalkulation vor elf Jahren sogar 843 Euro gefordert wurden. Damals, 1999, waren die Stadtverordneten jedoch der Meinung, mit Rücksicht auf den Geldbeutel der Bürger, rabattierte Gebühren beschließen zu können. Einen solchen Rabatt wird es nun wohl nicht mehr geben, wie Sprecher aller Fraktionen im Ausschuss unterstrichen. In der Folge werden manche Bestattungsformen nun richtig teuer: Das Urnenwahlgrab mit zwei Stellen wird nach der Neukalkulation 1339 Euro statt bisher 818 Euro kosten. Für ein Erdwahlgrab sollen künftig ebenfalls 1339 Euro erhoben werden, statt bisher 998 Euro. Neu im Angebot wird die anonyme Bestattung mit 1046 Euro für ein Erdreihengrab sein und 871 Euro für ein anonymes Urnenreihengrab. Beschlossen ist aber noch nichts. Der Haupt- und Finanzausschus berät am morgigen Donnerstag um 20 Uhr im Bürgerhaus, das Stadtparlament entscheidet bei seiner Sitzung am 25. März

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