Bad Arolsen

Friedhofskultur im Umbruch

- Bad Arolsen (-es-). Der Zwang zur beruflichen Mobilität, die räumliche Trennung der Familien und nicht zuletzt eine veränderte Einstellung zu Leben und Tod haben zu Veränderungen bei der Bestattungskultur geführt.

Auf die veränderte Nachfrage nach Ruhestätten auf den 14 städtischen Friedhöfen will die Stadtverwaltung mit einer Änderung ihrer Friedhofssatzung reagieren. Bevor jedoch Fakten geschaffen werden, hat die Verwaltung eine grundsätzliche Diskussion in den städtischen Gremien angestoßen. Nach einer ersten Information im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung sollen als Nächstes auch die großen Kirchen um eine Stellungnahme gebeten werden. Fest steht jedoch, dass die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung in den vergangenen zehn Jahren deutliche Veränderungen bei der Nachfrage der Bürger nach Grabstätten feststellen. Spätestens seit Inbetriebnahme des Krematoriums in Rhoden haben die Urnenbestattungen zugenommen. Der Erfolg des vom Fürstenhaus betriebenen Ruheforstes zwischen Helsen und Kohlgrund beweist, dass immer mehr Menschen pflegefreie Grabstätten wünschen. Außerdem wird ein Trend zu maximal zwei Erdbegräbnisstätten festgestellt. Während noch vor rund 15 Jahren die Sorge bestand, dass die städtischen Friedhöfe nicht ausreichen könnten und dass für viel Geld ein neuer Friedhof an der Wetterburger Straße angelegt werden müsse, zeigt sich nun, dass viele Ruhestätten noch vor Ablauf der 25-jährigen Nutzungszeit zurückge- geben werden. Immer mehr Grabfelder werden auf diese Weise frei und können für platzsparende Urnenfelder und für andere anonyme Bestattungsformen vorbereitet werden.

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