Puppendoktorin Gabriela Schmidt verarztet "Patienten"

Puppenambulanz: Sprechstunde im Spielzeugmuseum

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Die Puppenärztin Gabriela Schmidt untersucht ambulant, ob unter dem Klebestreifen ein Bruch oder lediglich Lackschäden zum Vorschein kommen.

Massenhausen. Zur Sprechstunde mit Puppendoktorin Gabriela Schmidt hatte das Waldecker Spielzeugmuseum eingeladen.

 Groß war der Patientenandrang bei der puppen-heilkundigen Lichtenauerin, die viele Fälle nicht ambulant behandeln konnte, sondern mit nach Hause nehmen musste. Gelenksdefekte und Brüche, aber auch kleinere Blessuren behandelt Schmidt in ihrem Atelier fachkundig und hält dabei oft recht teure Spielobjekte in den Händen.

Manche Puppen, denen ihre Besitzer eine Frischzellen-Kur gönnen, oder an denen sie größere Eingriffe vornehmen lassen, sind fast hundert Jahre alt. Meist liebevoll gekleidet und stets mit Sorgfalt behandelt haben sich die Puppen in der Stube auf dem Sofa, im Puppenbett oder gar in der Vitrine durch die Jahrzehnte gehalten.

 Seit über 20 Jahren setzt die Puppendoktorin  Körperteile wieder an der richtigen Stelle ein, führt eingefallene Augäpfel zurück in ihre Höhlen und entfernt oder erneuert stilecht Haartransplantationen.

Im Spielzeugmuseum konnte sie stets nach wenigen Blicken Hersteller, Modellnummer und Alter nennen. Auch den ungefähren Marktwert kennt sie. Ob sich die Reparatur eines ausgeleierten Hüftgelenks lohnt, können die Besitzer anhand dem Marktwert oder dem ideellen Wert selbst abschätzen.

Wer den Behandlungstermin verpasst hat, aber noch einen Patienten vorführen will, kann sich telefonisch mit dem Museum in Verbindung setzen: 05691/806419.

Mehr in der gedruckten WLZ am Sonnabend.

(Von Ute Germann-Gysen)

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