WLZ-Wahlforum in voll besetzter Mehrzweckhalle

Mit ganzer Kraft für Twistetal - Video

Twistetal-Twiste. - So gut gefüllt war die Twister Mehrzweckhalle selten: 480 Twistetaler Bürger besuchten am Donnerstagabend das Wahlforum der Waldeckischen Landeszeitung zur Bürgermeisterwahl in Twistetal.

Sie präsentierten sich mit Ideen, informiert und sympathisch: Stefan Dittmann (FDP), Wilfred Höhle (CDU) und Lothar Steiner (parteilos) sind seit August als Bewerber um das Amt des Bürgermeisters in Twistetal im Rennen und stellten sich gestern in der Mehrzweckhalle Twiste den Fragen des WLZ-Redakteurs Elmar Schulten sowie von Zuhörern, die allesamt gespannt den Ausführungen der Kandidaten lauschten, wissen wollten, wie sich die Bewerber präsenteren und welche Ideen sie für die kommende Amtszeit im altehrwürdigen Rathaus mitbringen. Das Interesse war so groß, dass weitere Stuhlreihen gestellt werden mussten.

Der neue Amtsinhaber muss wohl nicht solche Klimmzüge wie andere Kollegen vollführen, die Defizite ohne Ende oder steigende Schuldenlasten durch Kassenkredite bewältigen müssen, wie WLZ-Redakteur Schulten mit Blick auf den laufenden Haushaltsplan deutlich machte. Die Rücklagen bilden ein Polster, das den Bürgermeister etwas ruhiger als andere Kollegen stimmt.

Die Kandidaten befassten sich mit den Themen demografischer Wandel, Dorferneuerung in den Grunddörfern, Windkraftnutzung, Bau von Photovoltaikanlagen, den Plänen für einen Ausbau der Mehrzweckhalle Mühlhausen, mit der Zukunft der Freibäder und nicht zuletzt mit dem Ausbau der Gemeindeverwaltung zu einem bürgernahe Servicezentrum - dabei überschnitten sich die Vorschläge der Bewerber durchaus.

Anstöße für künftige Diskussionen zur Mühlhäuser wurden zudem geliefert: Höhle machte deutlich, dass Zuschüsse und das Engagement von Investoren erforderlich seien, weil die Gemeinde die geplanten 1,7 Millionen unmöglich selbst aufbringen könne. Dittmann regte ein neues Trägerkonzept mit dem Turnverein an und die Gründung einer Genossenschaft. Auch die Möglichkeit eines Bürgerkredits müsse geprüft werden, sagte Steiner. Die Anleihe würde minimal verzinst zurückgezahlt.

Die Kandidaten wollen sich für den Erhalt der Attraktivität der Ortskerne einsetzen, um die Abwanderung junger Menschen zu verhindern. Dabei verwies Steiner auf Prognosen, die bis 2050 einen Verlust von 800 Einwohnern voraussagten, was nach seiner Auffassung die Eigenständigkeit der Gemeinde langfristig in Frage stellt. Gleichwohl sehen er und seine Mitbewerber Twistetal in einer günstigen Lage zwischen den Großgemeinden Korbach und Bad Arolsen. Die gilt es auszubauen, so Höhle im Hinblick auf die 80 Handwerks- und Gewerbebetriebe, die auch Ausbildungsplätze anbieten können. Allerdings gilt es auch, Probleme abzufedern, etwa durch einen Bürgerbus für ältere Menschen, so Steiner. Dittmann verwies auf das kommunale Förderprogramm, aus dem Zuschüsse für den Kauf von Immobilien durch ansiedlungswillige Familien gezahlt werden.

Umrahmt wurde das Wahlforum vom MHV Liedertafel/Einigkeit unter Leitung von Bernd Stallmann. Für die Bewirtung sorgten Landfrauen und DRK. (ah)

Kommentare