19-Jähriger muss sich vor Landgericht verantworten

Gerichtverfahren wegen Brandstiftung

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Twistetal-Twiste - Zwei Wochen lang hat ein Brandstifter in Twiste durch zwei Großbrände die Bürger in Schrecken versetzt. Am kommenden Montag muss sich ein 19-Jähriger dafür vor dem Landgericht Kassel verantworten.

Bei dem Versuch, eine Scheune am Ortsrand von Twiste am helllichten Tag in Brand zu stecken, wurde der Jugendliche aus der Nachbarschaft vom Sohn des Eigentümers gestellt. Dieser wurde wenige Wochen später von der Opferhilfeorganisation Weißer Ring für sein beherztes Einschreiten geehrt. Dabei wurde unterstrichen, dass weitere Großbrände verhindert worden seien.

Dem auf frischer Tat ertappten Jugendlichen wird zur Last gelegt, zuerst auf einem über 100 Jahre alten Bauernhof am Ortseingang nachts ein Feuer gelegt zu haben, bei dem die Wirtschaftsgebäude abbrannten und das Wohnhaus durch den Löschwassereinsatz abbruchreif wurde. Am Abend des 11. März hatte er dort Strohvorräte entzündet. Ein Pferd und ein Schwein überlebten das Feuer nicht, die anderen zur Zucht und bei Turnieren eingesetzten Pferde konnten gerettet werden. Die Eigentümerin zog sich dabei Brandverletzungen zu.

Das Wohnhaus war unbewohnbar geworden, die Eheleute konnten jedoch in der Nachbarschaft unterkommen, bis endlich nach langen Verhandlungen mit der Versicherung das bruchfällige Fachwerkwohnhaus abgerissen und ein neues Fertighaus gebaut wurde, das im November bezogen werden kann. Dann soll auch der Pferdestall bezugsfertig sein. Die Mutter der Eigentümerin musste in ein Seniorenheim gebracht werden.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft war in Gang gekommen, mehrere tausend Euro sind für die Familie gesammelt worden.Am 16. März schlug der Brandtifter erneut zu. Unweit von der ersten Stelle, in Richtung Ortsmitte, wurde am Abend ein leerstehendes Gehöft in Brand gesteckt. Hier brannte ein Wirtschaftsgebäude ab. Weit über 130 Feuerwehrleute aus Twistetal, Korbach und Bad Arolsen waren jeweils im Einsatz.

Neun Zeugen sowie ein Sachverständiger werden bei den Verhandlungsterminen am 29. September und 1. Oktober erwartet. (ah)

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