Sparkassenstiftung ermöglicht wertvolle Neuanschaffung

Goethe - ein helles Köpfchen

Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel präsentiert die von der Sparkassenkulturstiftung angeschaffte Mini-Büste aus der Werkstatt von Christian Daniel Rauch, v. l. Karl-Heinz Göbel von der Sparkasse, Erster Stadtrat Udo Jost, Landrat Dr. Reinhard Kubat, Dr. Birgit Kümmel. Bürgermeister Jürgen van der Horst und Sparkassendirektor Michael Bott. Fotos: Sandra Simshäuser

Bad Arolsen - Der Schülergeneration Rauchs entstammt das filigrane „Goethe-Köpfchen“, das die Sparkassenstiftung Waldeck-Frankenberg dem Museum Bad Arolsen als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat.

„Ohne die Sparkassenstiftung hätte es dieses Projekt nicht gegeben“, stellte Bürgermeister Jürgen van der Horst anlässlich der offiziellen Übergabe im Rauch-Museum fest.

Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel ergänzte dazu, dass mithilfe der Sparkassenstiftung und ihres „großen Bruders“, der Sparkassenkulturstiftung Hessen-Thüringen, inzwischen bereits mehrere Kunstwerke von Rauch und seinen Zeitgenossen als Dauerleihgabe ihren Weg in die Arolser Museumshäuser gefunden hätten. Wie teuer das neue Exponat ist, wurde nicht gesagt.

Seit 1986 habe die Sparkassenstiftung Waldeck-Frankenberg rund 350 Projekte mit insgesamt mehr als 800000 Euro unterstützt, erklärte Landrat Dr. Reinhard Kubat in seiner Funktion als Vorsitzender des Kuratoriums. Dass ein „Gutteil der Gelder“ nach Bad Arolsen geflossen sei, habe seinen Grund: „Hier wird Kultur betrieben“, unterstrich Michael Bott, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, mit Blick auf die hochkarätige Dauerausstellung.

Künstlerwettstreit

Das „Goethe-Köpfchen“ reiht sich in Ausführung und Entstehungszeit in die klassizistischen Werke ein. Es stammt aus Arolser Privatbesitz. Der Vorfahre des vorhergehenden Besitzers stand als Rentmeister im Dienst der waldeckischen Fürsten. Nach Überlieferung innerhalb der Familie handelt es sich wahrscheinlich um ein Geschenk aus dem Fürstenhaus.

Die Arbeit zeigt Johann Wolfgang von Goethe. Als Modell diente offenbar die sogenannte „À-tempo-Büste“, die Christian Daniel Rauch 1821 im künstlerischen Wettstreit gearbeitet hatte. Sie gilt als besonders authentisch und prägte über Generationen die bildliche Vorstellung der Persönlichkeit dieses deutschen Dichters. Goethe hatte eine hohe Meinung über die künstlerischen Fähigkeiten Rauchs, der 1777 in der waldeckischen Residenzstadt geboren wurde und dort seine ersten Lebensjahre verbrachte.

Auch die fürstliche Familie verfolgte die steile Karriere des Bildhauers. Das zeigt das Gästebuch in Rauchs Atelier, wo sich immer wieder Mitglieder des Fürstenhauses als Besucher eintrugen. Aus Rauchs Nachlass wurden nach seinem Tod 1857 Skulpturen, Reliefs und persönliche Erinnerungsstücke an das Fürstenhaus vererbt.

Ausgestellt im Rauch-Haus

Das kleine Marmorfragment wurde Prof. Dr. Bernhard Maaz (Direktor der Gemäldesammlungen in Dresden) und der Kunsthistorikerin Jutta von Simson vorgestellt, die das Werkverzeichnis zu Rauch verfasst hat. Beide Experten datieren das Fragment auf das Ende des 19. Jahrhunderts und weisen es der Schülergeneration Rauchs zu. Hier wird auf den Bildhauer Fritz Schaper (1841 - 1919) und seinen Umkreis verwiesen.

Das „Goethe-Köpfchen“ wird seinen Platz im Geburtshaus Christian Daniel Rauchs finden und dort in eine Sammlung von Arbeiten der Schüler des Bildhauers eingereiht werden. Im Rauch-Geburtshaus findet das Fragment auch sein inhaltliches Pendant: in einer von Albert Wolf geschaffenen Portraitbüste Goethes, die dieser nach einem Modell seines Lehrers Rauch schuf.

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