Saisonbeginn im Heimatmuseum Mengeringhausen am kommenden Sonntag

Goldschmied führt Handwerk vor

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Bereit für den Saisonbeginn im Museum, v.l.: Wolfgang Rest, Henner Syring, Annemarie Sadowski, Friedrich Schwenke, Susanne Föll, Peter Müller-Froelich und Ursula Jütte. Foto: pr

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Mit neuen Exponaten ist das Museum Mengeringhausen für den Saisonbeginn am kommenden Sonntag vorbereitet.

Unter dem Motto „Welt im Wandel - Museen im Wandel“ bietet sich ab Sonntag, 20. Mai, im Museum Haus und Handwerk dem Besucher am internationalen Museumstag eine Fülle von Möglichkeiten: Haus- und Vorgeschichte, Handwerk und Kunst, Stadt und Garnison, Landwirtschaft, Hauswirtschaft und Gesundheitswesen. Arbeits- und Lebenswelten verändern sich ständig. Dies wird besonders in der Ausstellung über die Gold- und Silberschmiede Esau dokumentiert.

Der Museumsverein hat die Ausstellung überarbeitet und präsentiert sie mit vielen neuen Exponaten. Der Urahn der Familie, Bartholomäus Esau, kam während des 30-Jährigen Krieges nach Mengeringhausen und gründete hier eine große Dynastie. Von 1630 bis 1855 waren zahlreiche Familienmitglieder als Gold- und Silberschmiede, Graveure, Stempelschneider und Kupferstecher tätig. Der berühmteste Vertreter dieses Kunsthandwerkes war im 17. und 18. Jahrhundert Georg Friedrich Esau, der damit zu den berühmtesten Söhnen Mengeringhausens zählt und nach dem Urteil von heutigen Kunstsachverständigen der beste Goldschmied Waldecks war.

Bekannt sind im Waldecker Land die von Esau gefertigten Schützenschilde und Kleinodien für die Schützenketten. Georg Friedrich pflegte engen Kontakt mit dem Fürstenhaus. Anlässlich des Todes von Fürst Georg Friedrich von Waldeck fertigte Esau den Entwurf für das barocke Grabmonument in der Nikolaikirche Korbach. Ebenso entwarf er den Altar in der St.-Georg-Kirche in Mengeringhausen. Eine hervorragende künstlerische Arbeit sind die Kupferstiche in der „Mindener Bibel“ von 1716. Mit dem Tode des Goldschmieds und Bürgermeisters Friedrich Ludwig Esau 1855 erlosch das Goldschmiedehandwerk in Mengeringhausen.

Mit der Entwicklung der Stadt Arolsen im 19. Jahrhundert ließen sich auch dort Gold- und Silberschmiede nieder. Noch heute leben Nachfahren der Familie Esau in Mengeringhausen. Ein Goldschmied zeigt am Sonntag die alte Handwerkskunst.

Die Besucher können den Museumsbesuch bei selbst gebackenem Kuchen und Kaffee ausklingen lassen. Der Eintritt ist an diesem Sonntag frei. Weitere Öffnungszeiten sind jeder zweite und vierte Sonntag im Monat (Mai bis Oktober) von 14 bis 17 Uhr und der Mittwochstreff von 15 bis 17 Uhr. Führungen können vereinbart werden: Telefon 05691/5317 oder 5179. (r)

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