Freilichtbühne Twiste bereitet sich auf „Dracula“ und „Das kleine Gespenst“ vor

Gruseliges für Jung und Alt

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Proben für „Das kleine Gespenst“ auf der Freilichtbühne in Twiste.

Twistetal-Twiste - Wo Nebel über den Boden wabert, Zähne blitzen und Theaterblut fließt, ist auch Graf Dracula nicht weit. Für Kinder und Junggebliebene spukt in diesem Sommer außerdem das kleine Gespenst über die Twister Freilichtbühne.

Am 29. Juni feiert „Dracula“, am 30. Juni „Das kleine Gespenst“ seine Freilichtbühnen-Premiere. Theaterfreunde können sich Karten für beide Stücke ab sofort im Internet unter www.freilichtbuehne-twiste.de sichern.

Während beide Ensembles schon in der heißen Phase der Probenarbeit stecken, wird noch fleißig an den Herrschaftssitzen „Burg Eulenstein“ und „Schloss Dracula“ gearbeitet, um dem Kinder- und dem Erwachsenenstück den richtigen Rahmen zu geben. „Wir arbeiten mit austauschbaren Kulissenteilen. Das ist manchmal ein Spagat“, verrät Vorsitzender Theo F. Berlitz. Auch mithilfe von Sachspenden schreite die Arbeit, die aufgrund des langen Winters aufgeschoben werden musste, mittlerweile gut voran.

Die Darsteller - der Jüngste ist gerade mal fünf Jahre alt - sind da schon deutlich weiter. Mit Melanie Friedrich aus Bad Arolsen proben die rund fünfzig mitwirkenden Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen bereits intensiv für die Musicalsongs aus der Feder von Bernd Stallmann, mit denen das „Kleine Gespenst“ präsentiert wird.

Für die Bühnenneulinge ist außerdem das „Arbeiten an der Bühnenpräsenz“ angesagt, wie Regisseur Karl-Heinz Röhle berichtet. Ansonsten wird - „bei Bombenstimmung“, so der Regisseur - geprobt, geprobt und nochmals geprobt, damit in gut einem Monat jeder Einsatz sitzt.

Grusical

Bereits vor zehn Jahren hat Röhle das Stück, das Ralf Israel nach der Vorlage von Otfried Preußler verfasst hat, schon einmal auf die heimische Bühne gebracht. Die freche Geschichte ist natürlich die gleiche geblieben. Seit vielen Hundert Jahren spukt auf Burg Eulenstein jede Nacht ein kleines weißes Nachtgespenst.

Eines Tages wacht das kleine Gespenst durch einen Zufall um zwölf Uhr mittags auf. Durch das Sonnenlicht färbt es sich schwarz und versetzt nun als vermeintliches „Ungeheuer“ die Einwohner des Städtchens in Aufruhr…

„Das kleine Gespenst“ stand 1967 auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendbuchpreis. Es ist auch heute noch eines der beliebtesten Werke des im vergangenen Februar verstorbenen Kinder- und Jugendbuchautors Otfried Preußler, der in diesem Jahr am 20. Oktober seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte. Auf der Freilichtbühne Twiste wird „Das kleine Gespenst“ als Musical mit fröhlich-frechen und wehmütigen Melodien kleine und große Zuschauer verzaubern.

Stärkere Nerven sind dagegen im Abendstück „Dracula“ gefragt. Ein Besuch wird vom Bühnenverein vorsichtshalber erst ab zwölf Jahren empfohlen. „Es wird richtig gruselig“, erklärt Regisseur Jörg Dreismann, der mit „Dracula“ nach dem „Herrn der Diebe“ zum zweiten Mal ein Stück im Bachteringhäuser Tal inszeniert. Bodennebel und Fackelschein, pyrotechnische Effekte und „literweise Kunstblut“ verspricht der Vollblutregisseur für die Aufführungen. Diese beginnen allesamt erst um 21 Uhr, damit die zweite Hälfte komplett im Dunkeln spielt. Wenige Wochen vor der Premiere muss daher auch im Verborgenen - nämlich im Technikturm - intensiv geprobt werden, um das Scheinwerferlicht an die richtigen Stellen zu dirigieren.

Ohne Gänsehaut wird es bei der Theaterfassung von Bernd Klaus Jerofke nach Motiven von Bram Stoker nicht abgehen. Vier Wochen vor der Hochzeit mit seiner Verlobten Mina reist der junge Assessor Jonathan Harker nach Transsilvanien, um einem gewissen Grafen Dracula ein altes Anwesen in der Nähe von London zu verkaufen. Bald merkt Jonathan, dass er ein Gefangener des Grafen ist. Letzterer reist nun per Schiff nach England und sucht die Bekanntschaft von Mina, die mit Familienmitgliedern und Freunden die Ferien verbringt.

Schaurig-schön

Graf Dracula zeigt sich vor allem den jungen Damen Mina und Lucy gegenüber als vollendeter Gentleman. Doch als Lucy von einer rätselhaften Krankheit befallen wird, ruft der Leiter der benachbarten Irrenanstalt seinen alten Freund Professor Van Helsing zu Hilfe. Als Wissenschaftler für übernatürliche Phänomene entdeckt dieser schließlich die wahre Natur des seltsamen Grafen und es beginnt eine spannende Jagd auf den Herrscher der Untoten.

Schaurig-Schönes ist auch vor der Bühne angesagt. Nach dem Erfolg der beiden „Italienischen Nächte“ der vergangenen Saison lädt die Freilichtbühne in diesem Jahr zur „Nacht der Vampire“ ein. Gaumenfreuden und Kleinkunst können Theaterfreunde am 20. Juli und 17. August jeweils ab 20 Uhr mit dem Theaterbesuch verbinden. Da die Gästezahl begrenzt ist, wird eine rechtzeitige Kartenreservierung über das Internet empfohlen. (sim)

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